Insektenfreundliche Straßenbeleuchtung von BMU und BfN gefördert

Viele nachtaktive Insekten fallen nachweislich der Lichtverschmutzung zum Opfer, der Aufhellung der Nacht durch unachtsame Nutzung von künstlichem Licht. Im Bundesprogramm Biologische Vielfalt startet jetzt ein Projekt zur Entwicklung eines neuen Straßenbeleuchtungsdesigns, das die Abstrahlung des Lichtes minimieren soll. Das sechsjährige Verbundprojekt „Artenschutz durch umweltverträgliche Beleuchtung“ wird vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) koordiniert und mit rund 2,37 Mio. Euro durch das Bundesumweltministerium gefördert.

Bildquelle: A. Werdan auf Pixabay

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Wir müssen mehr für den Schutz der Insekten tun, daher haben wir gerade unser Aktionsprogramm Insektenschutz im Kabinett beschlossen. Nun setzen wir unsere Ziele durch Maßnahmen und Projekte um. Ein wichtiger Faktor für den Insektenschutz ist die Beleuchtung. Falsche Straßenbeleuchtung kann den Insekten enorm schaden. Darum fördern wir die Entwicklung eines umweltverträglichen Straßenbeleuchtungsdesigns, mit dem wir in Zukunft nachtaktive Insekten und andere Tiere besser schützen können.“

Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN): „Gerade in Gewässernähe werden unzählige Insekten von der Straßenbeleuchtung angelockt und ihrem Lebensraum entzogen. Deshalb stehen aquatische Fluginsekten im Mittelpunkt des Vorhabens. Gemeinsam mit Naturparkverwaltungen und Gemeinden werden Forschungsinstitute und Universitäten in dem Projekt das neue Straßenbeleuchtungsdesign entwickeln und zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern im Praxistest erproben.“

Neben der Sogwirkung des Lichts können sich die Abstrahlungen benachbarter Straßenleuchten überschneiden und eine Barriere darstellen, die es Insekten wesentlich erschwert, eine beleuchtete Straße zu passieren. Aus diesem Grund entwickelt das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Lichttechnik der Technischen Universität Berlin ein Straßenbeleuchtungsdesign, das die Abstrahlung des Lichtes auf die Flugbahnen von Insekten minimiert. Das Licht der Leuchten wird dann nicht mehr an der Leuchte selbst, sondern nur auf den Gehwegen und Straßen zu sehen sein. Nach einer wissenschaftlichen Evaluierung in einem Experimentalfeld im Westhavelland wird das neue Straßenbeleuchtungsdesign voraussichtlich im Herbst 2021 in vier Gemeinden installiert und erprobt: der Stadt Fulda (Hessen), der Stadt Krakow am See (Mecklenburg-Vorpommern) sowie in den Brandenburgischen Gemeinden Gülpe (Landkreis Havellaue) und Neuglobsow am Stechlinsee.

Zwei Jahre vor und nach der Umrüstung wird die Anziehung und das Verhalten von Insekten an den Straßenleuchten untersucht. Für die Untersuchungen wird auch die Mitarbeit und Expertise von ehrenamtlichen Entomologinnen und Entomologen benötigt, die für den Wissensaustausch in ein europaweites Netzwerk eingebunden werden. Weiterhin sollen Schulen an den Untersuchungen beteiligt werden, damit Schülerinnen und Schüler die taxonomische Einordnung von Insekten erlernen und mehr über ihre Bedeutung für Ökosysteme erfahren können. Auch auf die Mitwirkung und Unterstützung der Anwohnerinnen und Anwohner ist das Projekt angewiesen.

Ziel des Projektes ist, Beleuchtungslösungen zu entwickeln und zu fördern, die die negativen Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich halten. Zugleich wird die Umweltbildung im Bereich der heimischen Insektenfauna gestärkt und der Wert der nächtlichen Dunkelheit für Mensch und Natur vermittelt. „Die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in das Projekt ist vor allem auch deshalb so wichtig, weil gerade die private Beleuchtung in Gärten und an Hausfassaden mehr und mehr zunimmt“, so Dr. Sibylle Schroer, die Projektkoordinatorin.

In Anbetracht des dramatischen Rückgangs der Insektenbestände werden im Rahmen des Projektes weiterhin Handlungsempfehlungen an Kommunen, Behörden und Unternehmen herausgegeben, um den negativen Auswirkungen durch Beleuchtung im privaten, wie auch im öffentlichen Bereich entgegenzuwirken. Denn durch insektenfreundliche Beleuchtung kann in Sachen Lichtverschmutzung im kommunalen, unternehmerischen und privaten Bereich nahezu jede/r etwa tun.

4500 neue Fenster

Eines der größten Modernisierungsprojekte Berlins setzt auf energieeffiziente Kunststofffenster von REHAU: Im Wohnpark Mariendorf werden 31 Gebäude...

Weiterlesen

Exquisites Design

Mitten im Sommer schon wieder ans Heizen denken? So abwegig ist das gar nicht, vor allem dann, wenn man sich die neuen Modelle des finnischen...

Weiterlesen

Spanische Fliesen

Neben ihrer Dauerhaftigkeit ist es vor allem auch die Recyclingfähigkeit, die keramische Fliesen für ökologisches Bauen so attraktiv macht. Spanische...

Weiterlesen

Tragende Funktion

Kebony Clear wird aus FSC-zertifizierter Pinus Radiata hergestellt. Die patentierte Kebony Technologie schafft ein einzigartiges Holzprodukt mit guter...

Weiterlesen

Mehr Buntes!

Mit sechs neuen Farben sorgt der Objektausstatter für mehr Buntes bei WC-Trennwänden, Umkleidekabinen und Schränken– nicht modisch, sondern klassisch,...

Weiterlesen

Effiziente Luftfilter

Nicht nur wegen der aktuellen Diskussionen um Feinstaub wird deutlich: Luftreinheit ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit. RLT-Anlagen mit...

Weiterlesen