DGNB Preis für wagnisART

„Nachhaltiges Bauen“

v.l.n.r.: Marcus Herget (Geschäftsführender Vorstand DGNB), Rainer Hofmann (Geschäftsführender Gesellschafter bogevischs buero architekten & stadtplaner), Florian Otto (Partner bauchplan), Rut Gollan (Vorstand Wohnungsbaugenossenschaft wagnis eG), Walter Hable (Geschäftsführer SHAG Schindler Hable Architekten), Prof. Alexander Rudolphi (DGNB Präsident) Foto: DGNB

Das genossenschaftliche Wohnungsbauprojekt wagnisART ist mit dem DGNB PreisNachhaltiges Bauen“ prämiert worden. Die renommierte Auszeichnung wurde in diesem Jahr zum fünften Mal gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. und der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. vergeben. Überreicht wurde der Preis von DGNB Präsident Prof. Alexander Rudolphi und Prof. Dr. Günther Bachmann, dem Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, vor 1.200 geladenen Gästen im Rahmen des 10. Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf.

Laut DGNB Präsident Prof. Alexander Rudolphi lebe man in einer Zeit, in der man den Wert von Gemeinschaft nicht hoch genug schätzen könne. Das Projekt wagnisART zeige auf beispielhafte Weise, wie nachhaltige Architektur das Miteinander fördern und ein lebenswertes Wohnumfeld schaffen könne. Ähnlich liest sich die Jurybegründung zur Nominierung des Projekts, in der wagnisART als „in vieler Hinsicht vorbildhaft und einmalig in Deutschland“ beschrieben wird.

Bei dem von ARGE bogevischs buero mit SHAG Schindler Hable Architekten entworfenen Projekt entstand durch die intensive Einbindung der zukünftigen Bewohner in den Planungsprozess mittels Workshops, Zieldefinition und entscheidungsfördernder Maßnahmen eine bemerkenswerte, die Gemeinschaft fördernde Architektur. Sie zeigt sich auch in der außergewöhnlichen Anordnung, Verbindung und Ausformung der fünf einzelnen Gebäude. Die Themen des Dreisäulenmodells der nachhaltigen Bauweise sind in vielen Bereichen des 138 Wohnungen umfassenden Areals sehr gut integriert. Als zertifiziertes Passivhaus mit niedrigem Wärmebedarf und günstigem A/V Wert, Photovoltaikanlagen auf den Dächern, Stahlbeton-Holz-Hybridbauweise und Mobilitätskonzept erfüllt es die Anforderungen einer zeitgemäßen Bauweise.

50Hertz Netzquartier und Bremer Punkt die weiteren Finalisten

Wie schon im vergangenen Jahr kommt der Preisträger damit aus Bayern. So tritt wagnisART die Nachfolge vom Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf aus dem Landkreis Augsburg an, das 2016 Deutschlands führenden Architekturpreis für nachhaltiges Bauen gewinnen konnte.

Bei der diesjährigen Preisverleihung am 8. Dezember setzte sich wagnisART gegen das von LOVE architecture and urbanism ZT GmbH mit kadawittfeldarchitektur konzipierte Verwaltungsgebäude 50Hertz Netzquartier in Berlin sowie das von LIN Architekten Urbanisten und Kahrs Architekten geplante serielle Wohnungsbauprojekt „Bremer Punkt“ durch. Mit ganz individuellen Ansätzen für die unterschiedlichen Bauaufgaben zeigten alle drei Finalisten auf vorbildliche Weise, wie es gelingen könne, den Menschen in der Fokus der Gebäudeplanung zu rücken, so DGNB Vizepräsident und Juryvorsitzender Martin Haas. Daher dürften sich auch alle drei Projekte als Gewinner fühlen.

Man wolle der begehrteste deutsche Architekturpreis für Projekte sein, die ökologische, soziale und ästhetische Anforderungen gleichermaßen erfüllten, so Stefan Schulze-Hausmann, Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. Das gelinge, wenn man herausragenden Vorreitern des nachhaltigen Bauens eine Plattform gebe und ihre Vorbildfunktion unterstreiche.

Weitere Informationen zum Gewinner und den Finalisten, darunter auch Interviews mit den Projektbeteiligten, gibt es unter www.dgnb.de und www.preis-nachhaltiges-bauen.de.

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