"Sonnenhaus-Konzept"

Seminar im März 2018

MFH Großostheim nah In dieser Wohnanlage in Großostheim sind 238 Quadratmeter Solarkollektoren auf zweien der drei Mehrfamilienhäuser installiert. Der solare Deckungsgrad liegt bei 66 Prozent. Foto: Sonnenhaus-Institut

Einen umfassenden Einblick in das Sonnenhaus-Bau- und Energiekonzept können die Teilnehmer des SeminarsSonnenhaus als Effizienzhaus“ am 8. März 2018 in Hirschaid in Oberfranken gewinnen. Das eintägige Seminar ist eine Kooperationsveranstaltung des Sonnenhaus-Institut e.V., der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und der Bayerischen Architektenkammer.

Die Referenten zeigen auf, wie mit Hilfe von Solarwärme- und Solarstromanlagen große Teile des Energiebedarfs für Wärme, Strom und Elektromobilität umweltfreundlich erzeugt werden können. Die Einsatzgebiete reichen vom Einfamilienhaus über Mehrfamilienhäuser bis hin zu vernetzten Geschosswohnungsbauten in Quartieren, wobei die Wirtschaftlichkeit mit der Gebäude- und Anlagengröße steigt.

Das Sonnenhaus-Konzept erfüllt heute schon die Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie an Niedrigstenergiehäuser und zeichnet sich durch den extrem niedrigen Primärenergiebedarf aus.

Andreas Schuster, Gründungsmitglied des Sonnenhaus-Instituts und Inhaber des Installationsbetriebes Schuster Gebäudetechnik, hat bereits über 200 Sonnenhäuser in Bayern, Österreich und Südtirol mit der Heizungstechnik für einen solaren Deckungsgrad über 50 Prozent in der Wärmeversorgung ausgestattet. Aus dieser Erfahrung heraus hat er drei Pakete mit Solarkollektoren und Wärmespeichern entwickelt, mit denen jedes Standard-Sonnenhaus ausgerüstet werden kann. Damit werden nicht nur die Kosten für die Anlagentechnik reduziert, sondern auch die der Montage, da der Zeitaufwand für die Installateure sinkt.

Wert von Einsparungen steigt

„Der Mehrwert eines Sonnenhauses liegt in der Sicherheit bei Energiepreisschwankungen und Versorgungsengpässen“, betont Schuster. Er erläutert auch die Vorteile der Energiekosteneinsparung durch die solare Energietechnik – dies im Vergleich zu Einnahmen, die durch die Einspeisung von regenerativ erzeugtem Strom generiert werden. „Einnahmen sind wegen der Inflation immer weniger wert, außerdem muss man darauf Steuern zahlen“, erklärt er. „Im Verhältnis zur Energiepreisverteuerung hingegen steigt der Wert der Einsparungstechnik. Wenn Energie drei Prozent teurer wird, bringt die Technik drei Prozent mehr Kaufkraft, und die Einsparungen werden nicht besteuert.“ Schuster plädiert deshalb dafür, den Kaufkraftgewinn durch das Sonnenhaus-Konzept zu betonen.

Da die Kosten sinken, je größer die Anlagen werden, geht der Trend bei Sonnenhäusern in Richtung Mehrfamilienhaus und Geschosswohnungsbauten. Dies auch vor dem Hintergrund, dass Einfamilienhäuser immer weniger Energie benötigen. „Investoren in Sonnenhäuser profitieren von einer hohen Kapitalrendite und Steuerersparnissen“, so Schuster. Bei dem Vergleich der Investitionen in eine Sonnenhaus-Heizung, eine Pelletheizung und eine Wärmepumpenanlage kam er zu dem Schluss, dass die Solarheizung durchaus mithalten kann. Den Wärmepreis für eine Sonnenheizung errechnet er mit ca 22,3 Ct/kWh, bei einer Pelletheizung liegt er bei 21 bis 24 Ct/kWh, bei einer Wärmepumpen-Heizung bei 20,1 bis 23,4 Ct/kWh. Während die Solarheizung aber mindestens 30 Jahre halten soll, steht bei den anderen Technologien nach 15 bis 20 Jahren die Erneuerung an. „Das Geschäft mit der Wärme würde ich als Investor einer Wohnbauimmobilie mitnehmen. Damit kann man doppelt verdienen“, so das Fazit von Andreas Schuster.

Zukunftsträchtige Geschäftsmodelle

Wie Sonnenhäuser zu größeren Einheiten verbunden werden können, erläutert Prof. Timo Leukefeld. Er berät beispielswiese die Wohnbaugenossenschaft eG Wohnen in Cottbus, die gerade zwei vernetzte energieautarke Mehrfamilienhäuser baut. Ihren Mietern wird sie eine auf zehn Jahre garantierte Pauschalmiete anbieten, in der die Kosten für Wohnen, Wärme, Strom und Elektromobilität enthalten sind. „Die Betriebskosten der Zukunft sind schon in den Investitionskosten enthalten“, so Leukefeld zu diesen „Grenzkostengebäuden“, eines von mehreren Geschäftsmodellen mit Sonnenhäusern, die er vorstellt.

Das Sonnenhaus-Konzept wurde 2014 von der Konzentration auf Solarthermie auf die Stromversorgung inklusive Elektromobilität erweitert. Sonnenhäuser werden deshalb heute meist mit großen Solarwärme- und Solarstromanlagen für hohe Autarkiegrade für Wärme, Strom und Elektromobilität gebaut. Es gibt aber auch Sonnenhäuser mit der Kombination Wärmepumpe und Photovoltaik.

Anlagen- und Regelungstechnik, Fördermöglichkeiten und Elektromobilität

Das Seminar „Sonnenhaus als Effizienzhaus“ findet am Donnerstag, 8. März 2018, in Hirschaid in Oberfranken statt. Es ist in die Blöcke „Grundlagen und Praxis“ (vormittags) und „Technologie, Ergänzungsmöglichkeiten, Perspektiven“ (nachmittags) unterteilt, die separat gebucht werden können.

Weitere Informationen: www.sonnenhaus-institut.de

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung am 8. März 2018 finden Sie hier.

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