Frauen im Architekturberuf

Ausstellung

Mitarbeiterinnen im Mannheimer Büro Ingeborg Kuhler, 1986 \\ © Büro Ingeborg Kuhler

Die Ausstellung FRAU ARCHITEKT erzählt die Architekturgeschichte neu – aus der Perspektive von Frauen, die seit über hundert Jahren die Architektur prägen und dabei immer mehr aus dem männlichen Schatten treten.

FRAU ARCHITEKT, Seit über 100 Jahren: Frauen im Architekturberuf, 30. September 2017 – 8. März 2018 im Deutschen Architekturmuseum (DAM), Frankfurt am Main, ERÖFFNUNG: Fr, 29. September 2017, 19 Uhr

Wie der Gender-Umbruch in der Architektur das Berufsbild des Architekten auf signifikante Weise verändert, das zeigt die Ausstellung FRAU ARCHITEKT im Deutschen Architekturmuseum anhand historischer und aktueller Entwicklungen. Ob die Zukunft wirklich weiblich ist, muss sich noch zeigen: Zwar sind inzwischen weit mehr als die Hälfte aller Studierenden an den Architekturfakultäten Frauen. Allerdings kommen längst nicht alle auch wirklich im Beruf an – die „missing group“ beträgt weit mehr als 20%. Heute erreichen zwar mehr Frauen als früher leitende Positionen als Partnerinnen in Architekturbüros, als Stadtbaurätinnen, als Hochschullehrerinnen, als Präsidentinnen von Architekten-kammern, an dem Geschlechter-Missverhältnis in der Architektur ändern solche Karrieren nur wenig. Nur die wenigsten schaffen den Sprung in die erste Reihe – bei der Gründung von Büros oder der Besetzung einflussreicher Stellen ist Architektur noch immer Männersache. 

FRAU ARCHITEKT erzählt das Thema exemplarisch in 22 Porträts, Werkbeispielen und ganz persönlichen Geschichten von Frauen in Deutschland, die die Architektur maßgeblich beeinflusst haben oder bis in die heutige Zeit prägen. Die Ausstellung beginnt bei Emilie Winkelmann, die 1907 das erste Architekturbüro in Deutschland gegründet hat und spannt den Bogen bis zur Wiedervereinigung und stellt das Bauen der Nachwendezeit, in Berlin und den neuen Bundesländern in den Mittelpunkt. Einige der Architektinnen sind selbst der Fachwelt kaum oder gar nicht bekannt, ganz zu schweigen von der breiten Öffentlichkeit. Der Blick zurück – analog zur wechselvollen deutschen Geschichte des durchlaufenen Jahrhunderts wie auch der Frauenbewegung und der Gegenreaktionen – ist daher gleichzeitig Instrument, nicht nur die Gegenwart in den Fokus zu nehmen, sondern auch ein Szenario für die künftige Ausgestaltung des Rollenbildes zu entwerfen.

Neben Porträts, Modellen, Plänen, Zeichnungen und authentischen Objekten werden in der Ausstellung FRAU ARCHITEKT eine Reihe von Architektinnen, stellvertretend und beispielhaft, auch selbst zu Wort kommen. Dazu wird das „Haus im Haus“, das Oswald Matthias Ungers dem DAM als programmatisches Herzstück eingeschrieben hat, in ein „Frauenzimmer“ verwandelt, das auch als eine Art Kino fungiert. In acht filmischen Kurzporträts werden Architektinnen vorgestellt, Zeitzeuginnen seit den 1930er Jahren. Sie alle gehen auf Fragestellungen ein, die Frauen in der Architektur bis heute bewegen. Geboren zwischen 1930 und 1995 berichten diese Architektinnen über ihre Erfahrungen in der Nachkriegszeit, der DDR, der BRD, nach der Wiedervereinigung und in der Gegenwart – ein breites Spektrum ganz unterschiedlicher beruflicher Schwerpunkte und Jahrzehnte geballter Berufs- und Lebenserfahrung im männerdominierten Architekturberuf.

FRAU ARCHITEKT möchte Frauen in der Architektur besser sichtbar machen, sie aus der Anonymität, dem männlichen Schatten herausholen. Die Ausstellung wird eine Art visualisierter Plattform sein, die sowohl dem Fachpublikum als auch interessierten Bürgern und Bürgerinnen Information, Austausch und Diskussion bietet. Das Rahmenprogramm sieht daher eine Vielzahl von Veranstaltungen vor, die sowohl in Kooperation mit Hochschulen, Berufsverbänden, Netzwerken entstanden sind als auch mit Institutionen, die maßgeblicher Teil der Stadtgesellschaft und sich ebenfalls mit Themen der Geschlechtergerechtigkeit auseinandersetzen. Begleitende Filmreihen, Werkberichte ausgewählter Architektinnen, Erzählcafés mit Architektinnen der ersten Stunde, Podiumsgespräche zur gegenwärtigen Gender-Lage in der Architektur, Werkstattreihen und eine Pecha Kucha-Night ergänzen die Ausstellung.

„Jeanne D’Arch“, ein internationales Symposium in Planung für November 2017 beschäftigt sich mit aktuellen weiblichen Positionen in der Architektur; ein weiteres im Januar 2018 mit Wissenschaftlerinnen aus Europa, den USA und Israel präsentiert und debattiert den aktuellen Stand der Gender-Forschung. 

Ein umfassendes Vermittlungsprogramm wendet sich gezielt an Kinder und Jugendliche. Auch mit ihnen werden Möglichkeiten und Einschränkungen im Berufsfeld Architektur diskutiert, um das Genderbewusstsein über die Infragestellung existierender Rollenbilder zu schärfen und letztendlich einen Beitrag zur politischen Bildung zu leisten – spielerisch, kreativ, auf Augenhöhe.

FRAU ARCHITEKT steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Umwelt, Bau, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks und der Präsidentin der Bundesarchitektenkammer (BAK), Barbara Ettinger-Brinckmann.

Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.

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