Neue Klimadaten erleichtern energie- und klimaoptimiertes Bauen

BBSR und DWD legen ortsgenaue Testreferenzjahre vor

Quelle: www.bbsr.bund.de

Testreferenzjahre (TRY) sind Datensätze, die für jede Stunde eines Jahres verschiedene meteorologische Daten enthalten. Sie repräsentieren einen für das Jahr typischen Witterungsverlauf an einem Ort. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) haben nun die Datensätze aktualisiert. Sie liegen fortan für jeden Quadratkilometer des Bundesgebiets vor.

Damit können Planer und Ingenieure Innenraumtemperaturen von Gebäuden und deren Energieverbrauch besser berechnen und die Heiz-, Klimatisierungs- und Lüftungstechnik optimal auf das lokale Klima abstimmen. Die Datensätze sind unter www.bbsr.bund.de abrufbar.

„Die neuen Klimadaten tragen umfassend zu einer nachhaltigen und klimagerechten Gebäudeplanung bei“, sagt der stellvertretende Leiter des BBSR, Dr. Robert Kaltenbrunner. „Immer mehr Hausbesitzer setzen für Heizung, Kühlung oder Warmwasser auf erneuerbare Energien wie Solarenergie und Photovoltaik. Gerade um diese Energiequellen wirtschaftlich zu nutzen, müssen sie die klimatischen Bedingungen vor Ort genau kennen.“

Die neuen Testreferenzjahre haben eine sehr hohe räumliche Auflösung. Die Forscher verabschiedeten sich vom Konzept der Einteilung Deutschlands in 15 TRY-Klimaregionen mit je einer Repräsentanzstation, für die ein entsprechender Testreferenzjahr-Datensatz erstellt wurde. Das BBSR und der DWD bieten die neuen TRY-Datensätze für jeden Quadratkilometer des Bundesgebiets gesondert an.

„Mit der gewählten Herangehensweise wurde absolutes Neuland betreten und durch den DWD im Rahmen der Projektbearbeitung umfangreiche wissenschaftliche Entwicklungsarbeit geleistet“, betont der Vizepräsident des DWD, Dr. Paul Becker. „Der zur Ableitung der neuen TRY-Datensätze entstandene Basisdatensatz von stündlich aufgelösten Rasterdaten vieler Klimaparameter wird durch den DWD zusätzlich über das „Climate Data Center“ (CDC) bereit gestellt.“

Da heiz- und raumlufttechnische Anlagen auch für extreme Belastungen ausgelegt werden, erstellten die Forscher zusätzlich Datensätze für je ein Jahr mit einem sehr kalten Winterhalbjahr (Oktober bis März) und einem sehr warmen Sommerhalbjahr (April bis September). Um auch bei langen Nutzungsdauern eine nachhaltige Planung der Gebäudehülle und der technischen Anlagen zu ermöglichen, entwickelten sie auf Basis von zwölf regionalen Klimamodellen zusätzlich Testreferenzjahre für den Zeitraum 2031 bis 2060. Sie sind wie die übrigen TRY-Datensätze aufgebaut.

Die neuen Datensätze stammen aus einem von der Forschungsinitiative Zukunft Bau geförderten Projekt. Mit der Forschungsinitiative Zukunft Bau unterstützen das Bundesbauministerium und das BBSR die Zukunfts- und Innovationsfähigkeit der Bauwirtschaft. Die Initiative stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bauwesens und sorgt insbesondere für einen Wissenszuwachs und neue Erkenntnisse im Bereich technischer, baukultureller und organisatorischer Innovationen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Forschungsprojekt und den Download der Datensätze.

Allgemeine Informationen zum Thema Testreferenzjahre des Deutschen Wetterdienstes finden Sie hier.

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