Studienpreis Holzwerkstoffforschung

Masterarbeit geehrt

Freuen sich mit der Preisträgerin Dorothee Niehaus (2.v.l.): Professor Dr. Steffen Tobisch vom Institut für Holztechnologie ihd (l.), Dipl.-Ing. Hubertus Flötotto, Vorsitzender des Fördervereins Holzwerkstoff- und Holzleimforschung e. V. (mit Scheck), sowie Harald Schwab vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI (r.). Foto: Koelnmesse / Harald Fleissner

Den Rahmen des inzwischen 6. Innovationsworkshops Holzwerkstoffe nutzte der Förderverein Holzwerkstoff- und Holzleimforschung erneut, um den so genannten KAV-Preis 2017 zu vergeben. Preisträgerin ist Dorothee Niehaus, die in ihrer Masterarbeit die Methode des Vakuuminfusionsverfahrens auf die Herstellung von Laminaten übertrug und so weiterentwickelte, dass auf diese Weise zwei Prozessschritte – die Trocknung der Furniere im Vakuum auf der einen Seite sowie die Herstellung des Laminats auf der anderen Seite – in einem Arbeitsschritt zusammengefasst werden können.

Dipl.-Ing. Hubertus Flötotto übergab als Vorsitzender des Vereins den mit 1.500 Euro dotierten Preis an die Nachwuchswissenschaftlerin, die ihre Arbeit am Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI in Braunschweig durchführte.

Professor Dr. Steffen Tobisch vom Institut für Holztechnologie ihd aus Dresden sprach als Vertreter des Preiskomitees die Laudatio für Frau Niehaus. Zur Jury, die sich die Auswahl unter den zahlreichen guten, eingereichten Abschlussarbeiten nicht einfach machte, gehörte neben Tobisch auch Professor Dr. Kasal, Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI, sowie Dr. Alfred Pfemeter, Sonae Arauco, als Industrievertreter.

Vakuumtrocknung und Laminatherstellung in einem Schritt

In ihrer Masterarbeit entwickelte Niehaus einen Versuchsaufbau, der zwei Prozessschritte bei der Laminatherstellung in einem zusammenfasst. Dabei trocknete die Bauingenieurin zuerst die feuchten Holzfurniere im Vakuum und verklebte sie daraufhin mit Epoxidharz zu Laminaten.

Konkret legte sie während des Prozesses die noch flexiblen Furniere mit verstärkenden Glasfasern in eine beheizbare Form und verschloss diese mit verschiedenen Vliesen und Geweben luftdicht. Die Forscherin nutzte Unterdruck, um die Furniere zu trocken und das Harz in die beheizbare Form zu ziehen. Durch die spätere thermische Aushärtung des Harzes werden anschließend die Glasfasern mit den nun trockenen Furnieren zu Halbzeugen verklebt. Sie stellte sowohl planare, als auch dreidimensional geformte Laminate her. Mechanische Prüfverfahren, wie Zug-, Biege-, Zugscher- und Schlagzähigkeitsprüfungen nutzte Frau Niehaus, um die erzielte Verklebungsqualität zu überprüfen und zu optimieren.

Professor Tobisch lobte in seiner Laudatio insbesondere den ingenieurwissenschaftlichen Ansatz, mit dem Frau Niehaus selbständig und im Austausch mit den Kollegen am Fraunhofer WKI die Technologie der Vakuuminfusion auf dreidimensionale Strukturen anpasste. Darüber hinaus betrachtete Niehaus auch die Wirtschaftlichkeit des optimierten Verfahrens, um Herstellern von Formteilen die bessere Abwägung der Chancen und Risiken für eine industrielle Umsetzung zu erleichtern.

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