Deutscher Architekturpreis 2017

Schmuttertal-Gymnasiums Diedorf in Bayern

Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf in Bayern - Außenansicht. Quelle: Hermann Kaufmann ZT GmbH & Florian Nagler Architekten GmbH, Fotograf: Stefan Müller-Naumann

Der mit 30.000 Euro dotierte Deutsche Architekturpreis (DAP) geht in diesem Jahr an die Arbeitsgemeinschaft Hermann Kaufmann ZT und Florian Nagler Architekten, die den Neubau des Schmuttertal-Gymnasiums Diedorf in Bayern entwarfen. „Das klug und feinsinnig gestaltete Gebäude findet auf die wesentlichen ästhetischen, funktionalen und prozessualen Fragestellungen der Architektur durchweg überzeugende Antworten,“ so die Jury. Der Staatsbaupreis wird alle zwei Jahre für herausragende baukulturelle Leistungen vergeben. Die Jury unter Vorsitz von Prof. Markus Allmann vergab zudem vier Auszeichnungen und sprach sechs Anerkennungen aus.

Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks: „Der Schulbau bleibt in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für Land und Stadt – ob Sanierung oder Neubau. Die angespannte Haushaltssituation vieler Kommunen erfordert dabei langfristig tragfähige Konzepte. Der Neubau des Schmuttertal-Gymnasiums Diedorf ist als Modellprojekt für ein Plusenergiehaus ein beeindruckendes Beispiel für zukunftsweisende nachhaltige Architektur. Hier werden offene Lernlandschaften umgesetzt, die das neue pädagogische Konzept der Schule ausgezeichnet befördern. Dank des hohen Vorfertigungsgrades konnte das Gymnasium als Holzskelettbau kostengünstig und schnell errichtet werden. Ich gratuliere den Preisträgern und danke den Bauherren für Ihr Engagement.“

Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer: „Deutschland ist arm an Rohstoffen. Die Ressource, aus der sich wirtschaftliche Kraft und Wohlstand schöpft, ist eine Gesellschaft des Wissens. Die Basis einer Wissenschaftsgesellschaft wird in den Schulen gelegt. Unsere Schulen sind Orte der Wissensvermittlung, der Sozialisation und der Integration. Ein schwedisches Sprichwort besagt, dass der erste Lehrer die Kinder, der zweite die Lehrer und der dritte das Schulgebäude ist. Die Architektur der Schule prägt das Zusammenleben und das gemeinsame Lernen und schärft zugleich die Sinne für die Baukultur. Ich freue mich, dass der Deutsche Architekturpreis 2017 das gesellschaftlich so bedeutsame Thema des Schulbaus in den Fokus rückt und die Jury das Schmuttertal-Gymnasium der Architekten-Arbeitsgemeinschaft Florian Nagler und Hermann Kaufmann ZT als Preisträger ausgewählt hat.“

Die Jury hatte den Preisträger unter insgesamt 160 Einreichungen auszuwählen. Das preisgekrönte Schmuttertal-Gymnasium Diedorf, das im Auftrag des Landkreises Augsburg gebaut wurde, ist als ressourcenschonendes Plusenergiehaus in Holzskelettbauweise errichtet und in seiner architektonisch-pädagogischen Gestaltung zukunftsweisend. Von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wurde das innovative Schulprojekt mit 1,1 Millionen Euro gefördert.

Die Jury vergab weitere vier Auszeichnungen mit jeweils 4.500 Euro Preisgeld und sechs Anerkennungen mit je 2.000 Euro. Ausgezeichnet werden die Bauherren mit einer Urkunde, die Entwurfsverfasser mit einer Urkunde und dem Geldpreis.

Die große Bandbreite der Einreichungen zum DAP 2017, von Neubau, Modernisierungs- bis hin zu Sanierungsprojekten beeindruckte die Jury. Neben Wohnungs- Bildungs-, Kultur- und Verwaltungsbauten überzeugten auch Projekte, die interessante Denkanstöße zur Nachverdichtung und Transformation des gebauten Raumes geben und die gesellschaftliche Auseinandersetzung im Sinne der Nachhaltigkeit fördern.

Der Preis wird seit 1971 vergeben. Seit 2011 und damit bereits zum vierten Mal wurde der Staatspreis für Architektur gemeinsam durch das Bundesbauministerium (BMUB) und die Bundesarchitektenkammer e.V. (BAK) ausgelobt. Das Wettbewerbsverfahren wurde vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) durchgeführt. Erstmals konnten auch Projekte eingereicht werden, die im Namen der Bundesrepublik Deutschland oder überwiegend aus Zuwendungsmitteln des Bundes im Ausland fertiggestellt wurden.

Die feierliche Preisverleihung durch Bundesbauministerin Barbara Hendricks und die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann, findet am 26. Juni 2017 in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin statt.

Der Jury des Architekturpreises gehörten an:

  • Monika Thomas, Architektin und Abteilungsleiterin Bau im BMUB
  • Prof. Markus Allmann, Architekt, München
  • Prof. Ruth Berktold, Architektin, München
  • Nils Buschmann, Architekt, Berlin
  • Prof. Birgit Frank, Architektin, Berlin
  • Sven Fröhlich, Architekt, Berlin
  • Prof. Matthias Sauerbruch, Architekt, Berlin
  • Dr. Christopher Schwarz, Redakteur der WirtschaftsWoche, Düsseldorf

 

Ergebnisse der Jurysitzung vom 19. Mai 2017:

Deutscher Architekturpreis 2017 (30.000 Euro):

  • Projekt: Schmuttertal-Gymnasium, Diedorf
  • Verfasser: Hermann Kaufmann ZT & Florian Nagler Architekten,
  • ARGE „Diedorf“, München
  • Bauherr: Landkreis Augsburg

 

Auszeichnung (4.500 Euro):

  • Projekt: Ensemble "Altes Hafenamt" Hamburg
  • Verfasser: BOLLES + WILSON, Münster
  • Bauherr: Groß+Partner &25 hours Hotel & Altes Hafenamt Hamburg GmbH & Co. KG, Hamburg

  • Projekt: Landtag von Baden-Württemberg, Stuttgart
  • Verfasser: Staab Architekten, Berlin
  • Bauherr: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Stuttgart

  • Projekt: Bremer Punkt
  • Verfasser: LIN Architekten Urbanisten, Berlin
  • Bauherr: GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen, Bremen

  • Projekt: Deutsche Schule Madrid (Spanien)
  • Verfasser: Grüntuch Ernst Architekten, Berlin
  • Bauherr: Bundesrepublik Deutschland

 

Anerkennung (2.000 Euro):

  • Projekt: Wohnanlage wagnisART, München
  • Verfasser: bogevischs buero architekten & stadtplaner, München
  • Bauherr: Wohnbaugenossenschaft wagnis eG, München

  • Projekt: Kinder- und Familienzentrum, Ludwigsburg-Poppenweiler
  • Verfasser: VON M, Stuttgart
  • Bauherr: Stadt Ludwigsburg, vertreten durch den Fachbereich Hochbau und Gebäudeentwicklung
  • Projekt: Hafven, Coworking und Maker Space, Hannover
  • Verfasser: Mensing Timofticiuc Architekten, Berlin
  • Bauherr: Plimo GmbH & Co. KG, Hannover

  • Projekt: Neubau Besucher- und Kundenzentrum, Winnenden
  • Verfasser: Reichel Schlaier Architekten, Stuttgart
  • Bauherr: Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, Winnenden

  • Projekt: Erweiterung der Europäischen Schule Frankfurt, Frankfurt am Main
  • Verfasser: NKBAK Nicole Kerstin Berganski Andreas Krawczyk, Frankfurt am Main
  • Bauherr: Stadtschulamt Frankfurt

  • Projekt: Bremer Landesbank
  • Verfasser: Caruso St John Architects, London/Zürich
  • Bauherr: Bremer Landesbank

 

Weitere Informationen unter www.architekturpreis.de

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