Nachhaltigkeitsreporting mit GRESB

Licht im Dunkel für Immobilieninvestoren?

Quelle: www.es-info.com

Wo fangen wir an und wo hören wir auf, wenn wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen? Ein weites Feld für alle Immobilieninvestoren, denn von nachhaltiger Wertschöpfung über möglichst geringe Umweltauswirkungen bis hin zur Attraktivität für die Nutzer soll die Nachhaltigkeit transparent und objektiv dargestellt werden. Eine Lösung für diese Herausforderung bietet das Bewertungssystem GRESB, das Chancen und Risiken der Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigt.

Global Real Estate Sustainability Benchmark, kurz GRESB, wurde 2009 in den Niederlanden initiiert und hat mittlerweile als Bewertungssystem für Immobilienportfolien eine beeindruckende Marktpräsenz erreicht. Letztes Jahr wurden allein 66.000 Assets in 63 Ländern mit Fokus Europa und einem Gesamtwert von 2,8 Milliarden US-Dollar nach dem Portfoliobewertungssystem analysiert.

Der Logik von bekannten Managementsystemen folgend werden dabei sowohl Unter­nehmens- und Portfolio-übergreifende Nachhaltigkeitskriterien als auch Asset-spezifische Kriterien betrachtet. Dazu gehören unter anderem das Nachhaltigkeits- und Risikomanagement, Richtlinien und Zertifizierungen wie auch die Kommunikation und Förderung der Nachhaltigkeit bei allen Beteiligten, vom Fondsmanager über Mitarbeiter, Objektmanager und anderen externen Dienstleistern bis hin zu den Nutzern. Fokus bei der objektspezifischen Bewertung sind die Ressourcenverbräuche.

Im Ergebnis wird das Portfolio mit anderen ähnlichen Portfolien auf dem Immobilienmarkt verglichen. Die Bewertung findet jährlich statt und belohnt das Engagement der Teilnehmer mit einer Auszeichnung der bewerteten Fonds mit ein bis fünf Sternen. Zusätzlich als Green Star bezeichnet wird, wer nicht nur über Nachhaltigkeit spricht (Green Talker), sondern diese auch implementiert (Green Walker).

Die einzelnen GRESB-Kategorien mit ihrer Gewichtung sind:

Die Beantwortung der GRESB-Fragen erfolgt im Online Portal von GRESB. Die Antworten reichen dabei von Multiple Choice über Erläuterungstexte bis hin zum Einstellen von entsprechender Dokumentation, um die Antworten zu belegen. Des Weiteren liegt ein Fokus der Bewertung auf den Energie- und Wasserverbräuchen sowie dem Abfallaufkommen je Objekt und Nutzungskategorie. Der Zeitraum der Datenerfassung findet jährlich im zweiten Quartal statt und betrachtet alle Objekte des zu bewertenden Portfolios, die sich im vorausgehenden Kalenderjahr im Bestand befanden. Objekte, die im Bewertungsjahr an- oder verkauft wurden, werden anteilig betrachtet. Des Weiteren werden Neubau- und Sanierungsprojekte separat bewertet.

Neben den in der Abbildung dargestellten Kategorien wird im Rahmen der GRESB-Bewertung auch die Kategorie Health & Wellbeing betrachtet. Dieses Modul wird noch separat bewertet, soll aber fester Bestandteil der Gesamtbewertung werden, was die wachsende Bedeutung des Sektors Gesundheit und Wohlbefinden und somit der sozialen Komponente der Nachhaltigkeit unterstreicht.

Auch wenn die Bewertung mit einem gewissen Aufwand verbunden ist, so liegen die Vorteile doch klar auf der Hand: Das schon stattfindende Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit wird systematisch abgefragt und im Vergleich zu den Marktteilnehmern dargestellt. Stärken und Schwächen in einzelnen Bereichen werden aufgedeckt und Optimierungspotenziale können in das laufende Nachhaltigkeitsmanagement implementiert werden. Das System fördert Datentransparenz, die Synergien in vielen Bereichen des laufenden Immobilienmanagements schafft.

Nach der Datenerfassungsperiode vom 1. April bis zum 1. Juli werden die Ergebnisse dieses Jahr am 6. September veröffentlicht.

Die ES EnviroSustain GmbH wurde 2001 durch die geschäftsführenden Gesellschafter Frank Burchardi und Dr. Birgit Memminger-Rieve gegründet. Das Leitmotiv war und ist die Nachhaltigkeit (Sustainability) und der Umweltschutz (Environment=Umwelt). Die ES EnviroSustain GmbH begutachtet, bewertet und zertifiziert Immobilien in ganz Europa – gleich ob Projektentwicklung, Sanierung, Neubau oder Bestand. Die Schwerpunkte sind dabei bautechnische Zustandsbewertungen, Bau- und Projektmanagement, Umweltrisikobewertung, Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement wie auch Green Building-Zertifizierungen mit wachsender Bedeutung von Portfoliozertifizierungen. Das interdisziplinäre Team bestehend aus Architekten, Bau-, Verfahrens- und Umweltingenieuren sowie Geologen arbeitet in den Niederlassungen Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und Flensburg mit langjährigem Know-how und der Vision, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

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