Landesgartenschau in Öhringen

Forum Zukunft Grünes Bauen

Quelle: Markus Spiske/ www.pexels.com

Aus dem Land für das Land – unter diesem Motto stellte das Forum Zukunft Grünes Bauen im Rahmen der Landesgartenschau in Öhringen die Vielfalt mineralischer Baustoffe aus Baden-Württemberg vor. In der „Kultura“ informierten sich 65 Interessierte über die Verwendung regionaler mineralischer Rohstoffe für die mannigfaltigen Bauaufgaben. Erich Herrmann, Bürgermeister der Großen Kreisstadt Öhringen, der gleichzeitig auch Geschäftsführer der Landesgartenschau Öhringen ist, begrüßte die Gäste. Das Stadtoberhaupt zeigte sich mit dem Ergebnis der Umgestaltungen sowie den erfreulich guten Besucherzahlen sehr zufrieden. 

 

Hier Kostproben der ausgesprochen interessanten Vorträge:

Alter Baustoff neu entdeckt- Bauen mit Stampflehm - Seit April 2016 arbeitet der studierte Architekt Christoph Steinbach beim Stampflehmexperten Martin Rauch und war schon während des Studiums ein begeisterter Anhänger der fast vergessenen Bauweise. An ausgeführten Beispielen aus dem In- und Ausland zeigte er die Abhängigkeit der Eigenschaften von den vorgefundenen Materialien, dem Wassergehalt und der Werkzeuge beim Einbau von Stampflehm. Inzwischen wurde bereits mit maschineller Unterstützung in einem teilautomatisierten Herstellwerk eine rund 110 Meter lange Produktionshalle für die Firma Ricola in der Schweiz erstellt. Im Wohnungsbau steht der Kreislaufgedanke im Vordergrund. Hierbei wird das Aushubmaterial der Baugrube zu einem großen Anteil für die Erstellung der Wände verwendet. Steinbach sieht eine Renaissance für die Bauweise und hat selbst in Pfedelbach das Projekt „Raum in der Landschaft“ mit Stampflehm erfolgreich umgesetzt. Der Vortrag stieß auf hohes Interesse, was an der Vielzahl von Nachfragen zu erkennen war. 

Gabionen-Projekte aus der Region Öhringen/Heilbronn - Michael Kappler von der Firma Korbkultur beschäftigt sich seit fast zwei Jahrzehnten mit der Ausführung von Gabionenwänden aller Art und stellte in seinem Vortrag die unterschiedlichen Bauarten sowie die baupraktischen Zusammenhänge zwischen Maschenweite und Korngruppe sowie das Verhältnis von Einbindetiefe zu Wandhöhe der Stützmauer dar. Die ausgeführten Projekte zeigten die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten durch die Verwendung unterschiedlicher Körbe und regionaler Gesteinsarten. Besonders eindrucksvoll war eine etwa sieben Meter hohe Wand mit einem Verblendmauerwerk aus Keupersandstein mit einer Hinterfüllung aus Muschelkalk als „Bewehrte-Erde-Konstruktion“ auf dem Gelände der Bundesgartenschau in Heilbronn. 

Pilothafte Umgestaltung der Ohrn zur Landesgartenschau: Instream River Training - Flussbau nach Viktor Schauberger und Otmar Grober - Am Beispiel der naturnahen Umgestaltung des Flusses Ohrn, der das Gartenschaugelände wesentlich prägt, konnte Horst Geiger vom Tiefbauamt der Stadt Öhringen zeigen, wie mit intelligenter Anordnung von Buhnen aus Wasserbausteinen eine Verbesserung der Strömungsverhältnisse in einem Bach oder Fluss zu erreichen ist. Durch diese Maßnahme nehmen Strömungsvielfalt und Tiefenvarianz zu, was im Ergebnis zu einer Verbesserung der Lebensraumvielfalt für Tiere und Pflanzen führt. Die Natursteinindustrie in Baden-Württemberg stellt die entsprechenden Wasserbausteine ortsnah zu Verfügung. 

Abwassersplitting mit Öko-Pflastersteinen aus Beton - Martin Kronimus vom gleichnamigen Betonsteinunternehmen in Iffezheim ging in seinem Vortrag ausführlich auf die Planung und den Bau von versickerungsfähigen Pflasterflächen ein. Er wies darauf hin, dass die Durchlässigkeit über die Jahre erfahrungsgemäß um rund 10 % abnimmt. Dies gilt es bei der Bemessung zu berücksichtigen. Ebenso wichtig ist die regelmäßige Reinigung der Flächen und Pflege der Fugen. Wasserdurchlässige Flächenbeläge sollten nach dem Merkblatt für wasserdurchlässige Befestigungen von Verkehrsflächen eine Bemessungsregenspende von mindestens 270 l/(s*ha) dauerhaft versickern. Bei der Bestimmung der Fugenbreite muss meist ein Kompromiss zwischen Entsiegelung und Begehbarkeit gefunden werden. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass ein Fugenanteil von rund 5 bis 6 % in Verbindung mit Öko-Pflastersteinen eine entsprechende Versickerungsleistung ergibt. Bilder von ausgeführten Projekten rundeten den Vortragsblock ab.

Herausragende paläontologische Funde in Steinbrüchen der Region Hohenlohe-Franken - Im letzten Vortrag konnte Dr. h.c. Hans Hagdorn vom Muschelkalkmuseum der Stadt Ingelfingen zeigen, wie sehr die Natursteinunternehmen an der Entdeckung von einzigartigen Fossilien der Trias beteiligt sind. Rohstoffe sind im Alltag selbstverständlich, aber nur wenige wissen, wie sie entstanden sind. Bei der Gewinnung von Rohstoffen werden zwangsläufig die unterschiedlichen geologischen Schichten angeschnitten. Es wird ein Fenster in die Erdgeschichte geöffnet, oft mit unvorhergesehenen Überraschungen, wie man an der Vielzahl der in der Region Hohenlohe-Franken gefundenen Fossilien und Versteinerungen sehr anschaulich sehen kann. Zwanzig Muschelkalk-Werke aus der Region haben im April 1998 die „Friedrich-von-Alberti-Stiftung“ gegründet und unterstützen so die wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Paläontologie nach Kräften. In seinem reich bebilderten Vortrag über längst ausgestorbene Tiere gelang es ihm, die Teilnehmer der Veranstaltung auf die Reise in die Vergangenheit vor rund 240 Millionen Jahre mitzunehmen und gleichzeitig die Verbindungen in die Gegenwart darzustellen.

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