12.12.2019 | Ausgabe 6/2019 (#94)

DOTTED

2018 wurde der Neubau der taz in Berlin fertiggestellt. Foto: Stephan Falk

Ende Oktober 2018 war es soweit – die taz setzte einen lang gehegten Wunsch um: Die rund 250 Mitarbeiten den, die zuvor in zwei verschiedenen Häusern untergebracht waren, sind nun wieder unter einem Dach vereint.

Offen, flexibel und nachhaltig, so ist der Neubau der Zeitungsmacher im Medien-, Kunst- und Kreativquartier Friedrichstraße in Kreuzberg gestaltet (greenBUILDING hatte berichtet).
Das Gebäude spiegelt schon in seiner Konstruktion die Werte der Nutzer wider und wurde von den Zürcher Architekten Piet und Wim Eckert (E2A) als offenes Haus und als „System ohne Hierarchien” konzipiert. So ist das Erdgeschoss für die Öffentlichkeit zugänglich und beherbergt neben einem Restaurant und dem taz-Shop auch einen großen Veranstaltungsraum. Die Außenhülle des Gebäudes gibt die sichtbare Leitidee vor: Das Netz als Symbol der Verknüpfung und der gelebten Vielfalt. Dabei ermöglicht die Konstruktion mit schrägen Fassadenkonsolen eine hohe Flexibilität – die lichtdurchfluteten, offenen Räume sind so konzipiert, dass sie unterschiedliche Arbeitsformen erlauben.
Innen ist jedes der sechs Geschosse anders organisiert und passt sich den Bedürfnissen der jeweiligen Redaktionen oder Abteilungen an. Die Arbeitsatmosphäre gleicht der einer Werkstatt oder eines Künstlerateliers: Rohe Materialien bleiben bewusst sichtbar und werden nicht verkleidet oder kaschiert. Großen Wert legten die Architekten und die taz-Genossenschaft als Bauherr auf nachhaltige, widerstandsfähige Produkte. Beim Fußboden fiel die Wahl auf Kautschuk-Beläge von nora systems. Der norament Noppenboden, der auf mehr als 4.600 Quadratmetern im gesamten taz-Neubau liegt, bietet ein prägnantes Design, hohe Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

Der strapazierfähige und leicht zu reinigende Belag kam auch wegen seiner guten Umwelt-Eigenschaften zum Einsatz. Foto: Stephan Falk

Noppe als i-Punkt des Gestaltungskonzepts

Im Haus am Besselpark kommt bewusst wenig Farbe zum Einsatz, die Grundtonalität ist Grau – als Charakteristikum der Stadt. „Wir haben ein Gebäude realisiert, das sich selbst zurücknimmt und in das die Mitarbeiter die Farbe und das Leben bringen“, erläutert Claudio Aquino, Associate bei E2A und als Projektleiter für die gestalterische Umsetzung verantwortlich. Entsprechend wählten die Architekten auch für den Großteil der Kautschukböden, insgesamt fast 4.500 Quadratmeter, ein monochromes, helles Grau. „Die Entscheidung für das Noppendesign hat einen tieferen Hintergrund“, so taz-Geschäftsführer Andreas Bull. „Die Noppe steht als Symbol für die Bildpixel im Zeitungsdruck.“ Auch an den Glaswänden, die die Redaktionsräume und das Treppenhaus trennen, wurde das Punkte-Motiv wieder aufgenommen. Dort ist in schwarz-weißer Brailleschrift die Aufschrift „taz bleibt“ angebracht. Farblich sticht der zentrale, knapp 160 Quadratmeter große Konferenzraum im ersten Obergeschoss heraus, der – passend zum Corporate Design der taz – mit einem feuerroten Noppenboden ausgestattet wurde. Das Farbmotiv wird auch im taz.panorama, einem Freizeitraum im Dachgeschoss, mit dem roten Schriftzug „taz, die tageszeitung.“ noch einmal aufgegriffen.

Jede Etage ist individuell gestaltet – angepasst an die Bedürfnisse der jeweils dort arbeitenden Abteilungen. Foto: Stephan Falk

Ein Boden wie die taz: nachhaltig und unverwüstlich

Die Nachhaltigkeit der verwendeten Materialien war für Architekten und Nutzer ein wesentlicher Aspekt bei der Gebäudeausstattung. Hier passten die nora-Böden mit ihrer extrem widerstandsfähigen Oberfläche bestens ins Konzept. „Mit Kautschuk haben wir uns für einen nahezu unverwüstlichen Belag entschieden“, so Bull weiter. Doch das hat nicht nur rein funktionale Vorteile. Denn: je seltener ein Boden ausgetauscht werden muss, desto besser auch seine Nachhaltigkeitsbilanz. Dass sich die Kautschuk-Beläge leicht und wirtschaftlich reinigen lassen, trägt ebenfalls zum langfristigen Werterhalt bei.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die robusten nora-Böden auch einer modularen, sich verändernden Einrichtung standhalten. Denn wo heute ein Schreibtisch steht, kann in Zukunft ein offener Laufbereich sein. „Eine maximale Flexibilität bei der Nutzung der Büroflächen und eine dynamische Anpassung an sich verändernde Prozesse ist für uns unerlässlich“, unterstreicht Bull.

Das taz-Gebäude: Architektur, die das gesamte Quartier prägt. Foto: Stephan Falk

Umweltgerecht und gesundheitsverträglich für den freien Kopf

Die ökologische Verträglichkeit war ebenfalls ein entscheidendes Kriterium, das in den Augen von Architekten und Bauherren für die Kautschukböden „made in Germany“ sprach. Weil sie keine Weichmacher und Halogene enthalten, wurden nora- Böden bereits 2006 als erste elastische Bodenbeläge überhaupt mit dem „Blauen Engel“ – weil emissionsarm– ausgezeichnet. nora-Produkte sind international zertifiziert und werden regelmäßig von unabhängigen Instituten geprüft. Der Weinheimer Kautschuk-Spezialist gehört zu den Initiatoren der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) und ist Mitglied des U.S. Green Building Council (USGBC). Zudem war nora systems der erste Produzent von elastischen Bodenbelägen, der Umweltproduktdeklarationen (EPDs) vorgelegt hat, und darüber hinaus auch einer der ersten Hersteller von elastischen Bodenbelägen, der die ISO-14001-Zertifizierung für seine Umweltmanagementsysteme erhielt.


Newsletter
Ja, ich möchte den Newsletter von greenBUILDING abonnieren