12.12.2019 | Ausgabe 6/2019 (#94)

CSC-Zertifizierung: nachhaltiges Wirtschaften

Die CSC-Zertifizierung: nachhaltiges Wirtschaften in der Zement-, Rohstoff- und Betonindustrie. Foto: CSC

Das Concrete Sustainability Council (CSC) betreibt ein weltweites Zertifizierungssystem, das Unternehmen im Bereich Beton, Zement und Gesteinskörnung Aufschluss darüber gibt, inwieweit ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortlich operiert wird. Im Juli 2019 wurde das CSC von der kantonalen Steuerbehörde in Genf als gemeinnütziger Verband anerkannt. Das CSC wurde von der „Nachhaltigkeitsinitiative Zement“ (CSI) des „Weltwirtschaftsrats für Nachhaltige Entwicklung“ (WBCSD) initiiert und wird von einer wachsenden Anzahl von Mitgliedern getragen. In einem von der Weltnaturschutzunion (IUCN) durchgeführten Workshop mit weiteren externen Beratern wurde umfangreicher Rat zu den ökologischen und sozialen Kriterien eingeholt und diese wurden in das System integriert.

CSC in Deutschland

Mitglieder des CSC sind Unternehmen, Verbände, Zertifizierungsstellen und Institute. Der Bundesverband der Deutschen Transportbetonindustrie e. V. (BTB) ist eines der Mitglieder. Der BTB hat zusätzlich die Rolle des „regionalen Systembetreibers“ übernommen und organisiert das Zertifizierungssystem in Deutschland. Die Zertifizierung selbst erfolgt durch vom CSC unabhängige, anerkannte Zertifizierungsstellen. Das Concrete Sustainability Council (CSC) betreibt ein weltweites Zertifizierungssystem, das Unternehmen im Bereich Beton, Zement und Gesteinskörnung Aufschluss darüber gibt, inwieweit ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortlich operiert wird. Im Juli 2019 wurde das CSC von der kantonalen Steuerbehörde in Genf als gemeinnütziger Verband anerkannt.

Das CSC wurde von der „Nachhaltigkeitsinitiative Zement“ (CSI) des „Weltwirtschaftsrats für Nachhaltige Entwicklung“ (WBCSD) initiiert und wird von einer wachsenden Anzahl von Mitgliedern getragen. In einem von der Weltnaturschutzunion (IUCN) durchgeführten Workshop mit weiteren externen Beratern wurde umfangreicher Rat zu den ökologischen und sozialen Kriterien eingeholt und in das System integriert.

Vorteile der Zertifizierung

Der Wert der CSC-Zertifizierung ergibt sich insbesondere aus der Anerkennung durch internationale Systeme zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden.

Dies sind Systeme wie

  • BREEAM (erkennt CSC bereits an)
  • DGNB (erkennt CSC bereits an)
  • LEED (Anerkennung beantragt)
  • BNB (Erstgespräche haben stattgefunden)

Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland bereits mehr als jeder fünfte Euro im Objektbereich in zertifizierte „Green Buildings“ investiert wird, bedeutet dies einen zunehmend größeren Wettbewerbsvorteil für zertifizierte Werke.

Grafik: CSC

Zertifizierte Nachhaltigkeit

Das CSC fördert die Transparenz über den Herstellungsprozess von Beton und dessen Wertschöpfungskette sowie die Auswirkungen auf das soziale und ökologische Umfeld. So führt die CSC-Zertifizierung zu einer kontinuierlichen Steigerung im nachhaltigen Wirtschaften der Zement-, Rohstoff und Betonindustrie. Die Branche leistet damit ihren Beitrag zum nachhaltigen Bauen in Deutschland.

Zertifizierungsstufen

Je nach Erfüllungsgrad können Zertifizierungen in Bronze, Silber und Gold erteilt werden. Eine Auszeichnung in Platin wird zu einem späteren Zeitpunkt im CSC-System verfügbar sein.

Kriterien

Die Zertifizierung erfolgt in den Kategorien Management, Umwelt, dem sozialen Aspekt der Nachhaltigkeit sowie in den Kategorien Ökonomie und Produktkette. Die Zertifizierung umfasst sowohl das Betonunternehmen bzw. -werk als auch dessen Wertschöpfungskette.

Grundvoraussetzungen:

  • G 1 Einhaltung geltender Gesetze
  • G 2 Menschenrechte
  • G 3 Rechte indigener Völker
  • G 4 Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung
  • G 5 Nachvollziehbare Materialherkunft

Der Weg zur Zertifizierung

Der Zertifizierungsprozess untergliedert sich in:

1. Lizensierung der „Toolbox“ des Systems unter www.concretesustainabilitycouncil.com

2. Projektregistrierung mit Zertifizierungsantrag

3. Vorbereitung (Hochladen der Nachweise)

4. Auswahl der Zertifizierungsstelle (Auditor)

5. Auditor überprüft die Nachweise und führt Ortsbegehung(en) durch

6. Abschließende Prüfung durch die Zertifizierungsstelle

7. Ausgabe des Zertifikats

Die Zertifizierung ist drei Jahre gültig. Ein kostenloser Schnelltest über die CSC-Toolbox (ca. 20 Minuten) gibt Aufschluss darüber, ob und wie ein Unternehmen oder Werk voraussichtlich zertifiziert wird. Jedes Werk benötigt zur Zertifizierung eine Lizenz. Diese Lizenzen können mit sogenannten Registrierungsrechten erworben werden, einzeln oder im Paket.

DGNB erkennt CSC Version 2.0 an

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat die CSC-Zertifizierung in Gold und in Silber als Standard im DGNB-Umweltkriterium ENV 1.3 „Nachhaltige Ressourcengewinnung“ in der Qualitätsstufe 1.2 anerkannt. Dadurch ist CSC-zertifizierter Beton in den Stufen Silber und Gold anrechenbar im Zertifizierungssystem der DGNB und hilft Bauherren so, zusätzliche Punkte im Zertifizierungsprozess ihrer Gebäude zu generieren. Die DGNB-Anerkennung der CSC-Version 2.0 bestätigt die im April 2018 erfolgte vorläufige Anerkennung der CSC-Version 1.0, in deren Zuge die DGNB Empfehlungen für die weitere Entwicklung ausgesprochen hatte. Dr. Anna Braune, DGNB-Abteilungsleiterin Forschung und Entwicklung: „Wir freuen uns, dass das CSC wieder die Anerkennung durch die DGNB erreicht hat, umso mehr als das CSC unsere Empfehlungen erfolgreich umgesetzt hat. Die Initiative des CSC ist ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit in der Betonherstellung.“, so Michael Scharpf, Vorsitzender des Technischen Ausschusses des CSC: „Die Anerkennung durch die DGNB zu erhalten, war ein anspruchsvoller Prozess. Die DGNB sowie verschiedene externe Stakeholder haben uns dabei wertvolles Feedback gegeben. Wir haben diese Hinweise sehr ernst genommen, und sind heute auch etwas stolz auf die neue CSC Version 2.0.“

www.csc-zertifizierung.de


Newsletter
Ja, ich möchte den Newsletter von greenBUILDING abonnieren