12.12.2019 | Ausgabe 6/2019 (#94)

Zu neuem Leben erweckt

Imposant wie einst und mit neuem Dachaufbau zurecht selbstbewusst: die „Neue Direktion Köln“. Foto: Jeld-Wen

Das Gebäude der einstigen „Königlichen Eisenbahndirektion zu Cöln“ wird nach Umbau und Sanierung zu einer der exklusivsten Unternehmensadressen direkt am Rheinufer und besticht erneut – wie schon vor 100 Jahren – durch seine markante Architektur.

Ein Dachaufbau aus insgesamt vier Geschossen, der historischen Kontur des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Mansarddach nachempfunden, wird zum markanten Wahrzeichen des Gebäudes. Jeld-Wen stattete dieses aufwändige Gesamtprojekt komplett mit Innentüren aus.

Die optimale Lage am Rand der Altstadt macht die „Neue Direktion Köln“ zum begehrten Ort für Unternehmen zwischen Dom und Rhein. Nach 100 Jahren wechselvoller Geschichte bezog im Juni 2016 die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) die aufwändig restaurierten Räume hinter historischen Fassaden.

Wo möglich, fanden Elemente des historischen Baus – restauriert – wieder Verwendung. Foto: Jeld-Wen

Von der Schiene in die Lüfte

Wer heute über die breite Freitreppe die herrschaftliche Eingangshalle der „Neuen Direktion Köln“ betritt, atmet noch etwas vom Stolz und Pioniergeist, den die boomende „Eisenbahn“ damals verbreitete. Der von 1906 bis 1913 errichtete Bau diente der ehemaligen „Königlichen Eisenbahndirektion zu Cöln“ als Verwaltungsgebäude und wurde bei den schweren Bombenangriffen der Briten im Mai 1942 stark beschädigt. Das Mansarddach brannte vollständig aus und wurde in den späten 1940er-Jahren nur provisorisch durch ein Flachdach ersetzt.

Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland firmierte die deutsche Eisenbahn zur Bundesbahn um. Das Gebäude wurde zur Bundesbahndirektion, in ihm war bis 2011 die Verwaltung der Deutschen Bahn untergebracht. Im selben Jahr erwarb Hochtief das repräsentative siebengeschossige Gebäude am Kölner Rheinufer und ließ es von der Bilfinger Hochbau GmbH komplett sanieren.

Die Innentür wurde perfekt in das Farbkonzept eingebunden. Foto: Jeld-Wen

Einzigartiges Bürogebäude

Das Aachener Architekturbüro kadawittfeldarchitektur schuf fortan in Gemeinschaft mit den Architekten Graf+ Graf aus Montabaur mit viel Feingefühl ein einzigartiges Bürogebäude, das neben seiner Optik auch durch die Verwendung nachhaltiger Produkte zu überzeugen weiß. In diesem Zusammenhang entschieden die Architekten auch über die Ausführung von 267 wohngesunden sowie nachhaltig produzierten Türenelementen des Herstellers Jeld-Wen.

Das Unternehmen bot den Planern nicht nur umfangreiche und individuelle Türlösungen an, sondern erfüllte darüber hinaus auch höchste Ansprüche an das Thema Wohngesundheit und Nachhaltigkeit. Jeld-Wen ist der einzige Türenhersteller, der sich nach den strengen Qualitätskriterien des Sentinel Haus Instituts hat überprüfen lassen und diese ohne Einschränkungen erfüllt. Nachhaltigkeit dokumentieren die Türmodelle darüber hinaus durch international anerkannte Prüfsiegel und Zertifizierungen wie FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification). Aber auch die Sortimentstiefe und die Auswahl an Ausführungsoptionen überzeugten die verantwortlichen Architekten und so fügen sich die Innentüren perfekt in das realisierte Interieur-Konzept.

Beeindruckend: der alte Mosaikboden Foto: Jeld-Wen

Bereit für neue Mieter

Da sich die Bausubstanz hinter der Fassade als zu marode für eine Sanierung erwies, wurde das Gebäude bis auf die Hülle entkernt. Hinter der beinahe 120 Meter langen viergeschossigen Fassade im neoklassizistischen Stil entstand eine 21.400 m2 große moderne und flexible Bürofläche. Der Entwurf berücksichtigt den denkmalgeschützten Bestand, der im Zuge der Sanierung ausgebaut, katalogisiert und eingelagert wurde, um später wieder restauriert beziehungsweise reproduziert eingesetzt zu werden.
Das Prunkstück des Gebäudes ist die von hohen Säulen getragene, imposante Eingangshalle mit einem beeindruckenden Mosaikboden und strahlend weißem Terrazzo. Für das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Mansarddach entwickelte kadawittfeltarchitektur eine moderne Lösung mit umlaufenden Terrassen. Metallene Bänder umhüllen die insgesamt vier Dachgeschosse und zeichnen mit ihrer Neigung die historische Dachkontur nach, die lange Zeit die Rhein-Silhouette der Domstadt prägte. Im umlaufenden Fassadenzwischenraum entstanden Balkone, von denen man einen Panoramablick auf die Stadt genießen kann.

Offene Raumgestaltung

Der offenen, flexiblen Raumgestaltung liegt das von kadawittfeldarchitektur entwickelte Design- und Farbkonzept „Himmel über Köln“ zugrunde. Die Farbcodierung der sieben Bürogeschosse folgt dem Leitbild des Himmels über Köln bei einem Sonnenuntergang am Rhein. Jedes Stockwerk erhielt seinen eigenen Farbton für Wände, Teppiche und Möbeldetails. Die Innentüren wurden Teil der farbiggestalteten Umgebung.

Die exklusive Innenausstattung schafft eine hochwertige und lichte Atmosphäre. Über alle drei Innenhöfe, die das Gebäude gliedern, erstreckt sich eine Fotocollage aus Porträts von 800 Mitarbeitern der Europäischen Agentur für Flugsicherheit, die sich zu einer überdimensionalen Europakarte zusammensetzen. Bezugnehmend auf die Aufgaben der EASA zeigen großflächige, fein linierte Wandbilder technische Zeichnungen von Flugobjekten – vom kleinen Papierflieger im Erdgeschoss über Ballons und Segelflieger bis hin zum großen Passagierflugzeug A380 im siebten Stockwerk.

Hinter historischer Fassade entstand ein hochmodernes Bürogebäude. Foto: Jeld-Wen

Design kooperiert mit Funktion

Obwohl das Gebäude in seiner Planung so konzipiert wurde, dass jede Organisationsform möglich gewesen wäre, entschied sich die EASA als neuer Nutzer für Großraumbüros. Die Planer von Graf + Graf Architekten, mit der Gestaltung der Büroflächen beauftragt, verwirklichten hochwertige Arbeitsplätze, bei denen trotz Großraumfläche mittels kleiner Einheiten eine angenehme Arbeitsatmosphäre geschaffen wurde.

Eine spannende Aufgabe auch für die Berater des Jeld-Wen-Objektaußendienstes, denn die zu verbauenden Innentüren mussten den technisch-funktionalen Vorgaben und den Designansprüchen der Planer entsprechen. Aufgrund der gewerblichen Nutzungsform des Gebäudes fiel die Wahl auf das Türmodell Optima 30 mit HPL-Oberfläche. Das „high pressure laminate“ trotzt selbst extrem hohen Beanspruchungen und bietet mit seiner großen Auswahl unterschiedlicher Optiken zahlreiche Gestaltungsoptionen. Meist zurückhaltend geplant und flächenbündig verbaut, fügen sich die Türen unaufdringlich in das Design- und Farbkonzept ein.

Neben dem Wunsch nach einem konzeptkonformen Türdesign mussten auch die gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen konsequent umgesetzt werden. So wurde die Optima 30 nicht nur um eine Feuchtraumtürvariante ergänzt, sondern zusätzlich noch um eine Vielzahl an Schall-, Brand- und Rauchschutztüren von 43 bis 70 mm Stärke. Die Ausstattung mit Brand- und Rauchschutztüren ist in einem Gebäude mit diesen Dimensionen besonders sicherheitsrelevant.
Ungehemmtes Feuer zerstört Inventar, Anlagen und Dokumente und ist eine Gefahr für Leib und Leben der Beschäftigten und Besucher. Die damit verbundene Rauchentwicklung kann zu schwersten Verletzungen der Atemwege führen. Rauch- und Brandschutztüren verhindern die Ausbreitung von Rauch und Feuer. Insbesondere Rettungs- und Fluchtwege müssen jederzeit passierbar bleiben, um die Evakuierung eines Gebäudes sicherstellen zu können. Die feuerhemmenden Innentüren T30-1 Typ70 wurden von Jeld-Wen als Komplettlösung mit Schlössern, Drückern, Bändern und automatischen Schließern geliefert.


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