12.12.2019 | Ausgabe 6/2019 (#94)

Planspiel für nachhaltige Türme

Entwürfe für Gebäude von morgen: Türme am Berliner Westkreuz. Visualisierung: Langhof

Brachflächen nutzen, hoch und nachhaltig bauen: Nach den Entwürfen von Prof. Christoph Langhof, unter anderem Architekt des Upper West in Berlin, könnten auf dem Gelände des Autobahndreiecks Halensee und dem Gelände der Nordschleife der Avus neun Türme – Hochhäuser – errichten werden. Alle bestehenden Grünflächen sowie die Kleingärten bleiben erhalten. Zentrales Element des Hochhaus-Ensembles ist der Nachhaltigkeitsaspekt. Ganz oben auf den Türmen befinden sich Windfarmen, die gemeinsam mit den Photovoltaikmodulen an den Fassaden wesentlich zur Gewinnung von Primärenergie für den Eigenbedarf beitragen sollen.

Brachflächen für Bebauung nutzen

Die bisher brachliegenden Restflächen zwischen den Gleisen der Deutschen Bahn und der S-Bahn sowie den Trassen der Autobahn sollen für die Bebauung genutzt werden. Die Hochhäuser sind untereinander durch überdachte Fußgänger-und Fahrradstege vernetzt und sowohl an den S-Bahnhof Westkreuz, an das Messegelände sowie das Internationale Congress Centrum (ICC) angebunden. Die beiden bisher voneinander getrennten „Stadtteile“ Charlottenburg und das Messegelände rücken so enger zusammen und werden an das Drehkreuz S-Bahnhof Westkreuz direkt angebunden. Eine ideale Anbindung über den S-Bahn-Ring und die Ost-Westverbindung an die City-West ist dadurch möglich. Zusätzlich kann ein Fußballstadion zwischen dem Messegelände, dem ICC und den Hochhäusern eingebettet werden – mit bester Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Gemischt genutzt

Gemäß Entwurf sind die Hochhaustürme mischgenutzt, in den unteren Etagen sind Lager- und Garagenflächen, weiter oben befinden sich Hotels oder Büros und in den obersten Etagen sind Wohnungen vorgesehen. Die geplanten Hochhäuser werden auf Stützen gestellt, d.h. die ersten Etagen sind komplett frei. Die Wohn- oder Büronutzung beginnt in der vierten bis sechsten Etage. Darunter befinden sich Lager- und Garagenflächen für Fahrräder, E-Mobile, Autos & Co. – diese befinden sich zwischen den Gleisen und den Autobahntrassen. Und ganz oben, mit weitem Rundumblick über die Stadt, sind Restaurants und Bars sowie Aussichtsplattformen vorgesehen. Geplant sind zwei Gebäudetypen: Das „Pyramidenhaus“ oder auch „Epsilon“ sowie ein „Baumhaus“.

Zeigen, was möglich ist

„Wir wollen mit unserer modernen Hochhausarchitektur zeigen, dass es möglich ist, ästhetisch faszinierende Gebäude zu kreieren, die die Menschen begeistern und inspirieren und gleichzeitig neue Standards für die Nachhaltigkeit im Städtebau und in der Architektur setzen. Im Sinne der Menschen, für die diese Gebäude geschaffen werden und im Sinne des wirtschaftlichen Wachstums und der Nachhaltigkeit“, sagt Prof. Christoph Langhof. „Brachliegende Flächen wie beim Westkreuz, zwischen den Gleisen und der Autobahn, bieten sich dafür geradezu in idealer Weise an.“

Gemischt genutzt, vernetzt und Energie produzierend: Sieht so die nachhaltige Stadterweiterung aus? Visualisierung: Langhof

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