14.11.2019 | Ausgabe 5/2019 (#93)

Mobilität in Gebäuden neu definiert

Special: Mobilität neu denken

„Future Living Berlin“ wird mit acht Aufzügen vom Typ Schindler 3300, die über das PORT-System gesteuert werden, ausgestattet. Foto: GSW Sigmaringen

Die Betreibergesellschaft der 8.000 m2 großen Anlage „Future Living Berlin“ hat das Ziel, bis zum Herbst 2019 ein Mehrgenerationen-Quartier zu schaffen, in dem die Möglichkeiten der Datenvernetzung den Bewohnern mehr Komfort, Sicherheit und Zeitgewinn bieten. Zum Einsatz kommt dort „myPORT“ – ein System, mit dem Schindler die PORT-Steuerung für Aufzüge weiterentwickelt hat.

Am Standort Adlershof entstehen 69 Wohneinheiten, 20 Boarding-House-Studios, 11 Gewerbeeinheiten sowie ein Ausstellungs- und Konferenzzentrum. Studenten, Singles, Familien und Senioren werden dort ein Zuhause finden. Moderne Technologien sowie bedarfsgerechte Dienstleistungen ermöglichen in allen Lebensphasen ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung auf einem komfortablen Ausstattungsniveau. Verschiedene Partnerunternehmen, darunter auch Schindler, bringen hierbei ihre Innovationen ein. Durchgeführt wird das Projekt von der GSW Sigmaringen GmbH, dem Bauträgerunternehmen des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg e.V. Die Projektentwicklung hat die Unternehmensgruppe Krebs übernommen.

myPORT öffnet Türen

Für die vertikale Erschließung der Gebäude sorgen acht Aufzüge vom Typ Schindler 3300, die über das PORT-System gesteuert werden. Den zukünftigen Bewohnern des Future Living Campus bietet myPORT weitere Features: Haupteingangs-und Appartementtüren sind vollständig in das System integriert. Über ein stationäres PORT-Terminal in der Wohnung oder die myPORT-App auf dem Smartphone können die Bewohner mit Besuchern am Eingang per Videochat kommunizieren. Mit einem simplen Klick auf die Einladungstaste öffnen sie dem Gast die Tür und stellen zugleich den Aufzug bereit, der automatisch die richtige Etage anfährt. Ist der Bewohner nicht zu Hause, kann er alternativ über die myPORT-App einen temporären Zugangscode an den Besucher versenden, mit dem dieser Zugang zum Gebäude erhält. Die Entwicklung von weitergehenden Anwendungen zusammen mit Technologiepartnern des Projekts sind bereits in Planung.

Die 8.000 m2 große Anlage am Standort Adlershof wird den Bewohnern dank neuer Möglichkeiten der Datenvernetzung mehr Komfort, Sicherheit und Zeitgewinn bieten. Foto: GSW Sigmaringen

Schneller ans Ziel

Immer mehr Menschen wollen heute in wachsenden Städten wie Berlin schnell und sicher an ihr Ziel gelangen. Schindler hat daher bereits vor mehreren Jahrzehnten eine Zielrufsteuerung für Aufzüge mit folgendem Grundgedanken entwickelt: Der Personenverkehr in einem Gebäude wird effizienter, wenn jedem Nutzer ein individueller Weg ermöglicht wird. Das heißt: Der Nutzer gibt nicht erst in der Kabine, sondern bereits vor dem Betreten seine Wunschetage an. Daraufhin wird Personen mit identischem Ziel derselbe Aufzug zugewiesen. Das vermeidet Zwischenstopps und jeder kommt schneller an.
Zudem werden die Anlagen besser ausgelastet. Das spart wertvolle Energie. Noch effizienter arbeiten Zielrufsteuerungen, wenn jeder Passagier über ein Identifikationsmedium – wie zum Beispiel eine Karte oder eine Smartphone-App – mit spezifischen Nutzerdaten verfügt.

Das System passt sich an

Das Verkehrsmanagementsystem Schindler PORT führt den Gedanken der Zielrufsteuerung konsequent weiter: Es arbeitet nicht nur mit einem vorgespeicherten Datenbestand, sondern registriert die Nutzergewohnheiten eigenständig. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das namensgebende PORT, das Personal Occupant Requirement Terminal. Dahinter verbirgt sich ein kleines Terminal mit Touchscreen, Mikrofon, Lautsprecher und Kartenleser, das an der Wand oder auf einem Fuß im Raum installiert ist. Nach der Identifikation durch einen RFID-Chip oder via Bluetooth bietet der personalisierte Bildschirm dem Nutzer die erlernten Zieloptionen der Relevanz nach an. Wer beispielsweise jeden Abend mit dem Aufzug in die sechste Etage fährt, weil sich dort seine Wohnung befindet, dem wird das System abends auch zuallererst diese Option anbieten. Tritt die betreffende Person am Morgen an das Terminal im sechsten Stockwerk, ist der Ausgang im Erdgeschoss die erste Option.

Durch die persönliche Identifikation sowie die Einbindung in die Gebäudetechnik kann das PORT-System zudem einen Beitrag zur Sicherheit leisten. So lässt sich der Zutritt zu den Aufzügen oder zu bestimmten Etagen regeln. Dabei sind die PORT-Terminals nicht auf die systemeigenen Komponenten beschränkt. Sie lassen sich ebenso mit bestehenden Zugangsschranken und Schließsystemen koppeln.

Mit der myPORT-App können die Bewohner Aufzüge, Haus- und Appartementtüren bequem über ihr Smartphone steuern. Foto: Schindler

App sorgt für Sicherheit

Um die Wartezeiten an Sicherheitsschleusen, Eingangstüren oder Aufzügen noch weiter zu verringern und gleichzeitig die Sicherheit im Gebäude zu optimieren, hat Schindler die Smartphone-Applikation myPORT entwickelt. Die App bietet Gebäudeeigentümern deutlich höhere Sicherheitsstandards als jemals zuvor – und den Hausbewohnern größere Bewegungsfreiheiten.

Einfach, schnell und sicher – das ist die Idee hinter der neuen Zugangs-Applikation. Ein Hausbewohner, der die myPORT-App installiert hat, muss nur noch sein Smartphone mit seinem PinCode oder Fingerprint entsperren und in die Nähe des Lesegeräts halten. Wenn das Gebäude entsprechend ausgestattet ist, öffnen sich Türen, und der Aufzug steht bereit, sobald der Bewohner mit seinem Smartphone in die Nähe kommt. Gleichzeitig wird am Haupteingang die Sicherheit gegenüber herkömmlichen Systemen erhöht. Dazu wird hier ein vierstufiges System eingesetzt. Dies ist eine Stufe mehr als beim E-Banking verwendet wird. Nach der Identifikation des Bewohners versendet das System einen Berechtigungsnachweis auf dessen Mobiltelefon. Erst wenn der Nutzer sich dann authentifiziert, indem er sein Telefon entsperrt, erhält er Zugang zum Gebäude. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass es sich auch wirklich um die richtige Person handelt.

Zugangscode für Besucher

Wenn Besucher in das Gebäude möchten, benötigen sie einen Zugang. Dazu versendet der Bewohner einen sogenannten „Crazy Color Code“ (CCC) an den Besucher, mit dem dieser Zutritt zum Gebäude erhält. Der CCC stellt dabei eine signifikante Verbesserung gegenüber dem QR-Code dar. Er basiert auf Farben, vermeidet Autofokus und wird wesentlich schneller von einer Kamera gelesen. Sobald der Besucher das Gebäude betritt, wird der Einladende über die myPORT-App sofort benachrichtigt.

Über ein stationäres PORT-Terminal in der Wohnung oder mit der my-PORT-App auf dem Smartphone können die Bewohner mit ihren Besuchern am Eingang per Videochat kommunizieren. Mit einem Klick öffnen sie dem Gast die Tür und stellen gleichzeitig den Aufzug bereit, der den Besucher automatisch in die richtige Etage bringt.


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