11.09.2019 | Ausgabe 4/2019 (#92)

Modular und seriell

Special: Wohnen in der Zukunft

Vonovia realisiert in Dresden Wohngebäude- Wohngebäude in Modulbauweise – teilweise sind sie bereits bezogen, einige befinden sich noch im Bau. / Foto: Alho Holding GmbH

Wie schon in anderen deutschen Städten realisiert Europas führendes Wohnungsunternehmen Vonovia nun auch in Dresden Wohngebäude in Alho-Modulbauweise. Zwei dreigeschossige Punkthäuser sind bereits bezogen, eine Häuserzeile entlang der Reicker Straße im Stadtteil Reick ist derzeit noch in Bau.

Dass der moderne Modulbau eine dem Massivbau mindestens ebenbürtige Bauart mit vielen Vorteilen ist, hat sich unter Bauherren und Planern inzwischen etabliert. Damit auch die Dresdner Bürger ihre Sorge, Modul-Wohngebäude seien nichts anderes als die „neue Platte“ verlieren, legte das Architekturbüro Lorenzen Mayer aus Berlin beim Entwurfsprozess ganz besonders großen Wert auf die stimmige Einbindung der Bauten in den städtebaulichen Kontext. Die Architekten plädierten für eine Architektursprache mit Satteldächern und Grundrissen auch mal abseits des rechten Winkels. 

In ihrem Bemühen, möglichst schnell kostengünstige und dennoch qualitativ hochwertige Wohngebäude zu realisieren, hat Vonovia die Modulbauweise für sich entdeckt. Zusammen mit Alho sind bereits mehrere Projekte realisiert worden, bei denen das Wohnungsbauunternehmen vorhandene Standorte erfolgreich nachverdichten oder Quartiere komplett neu errichten konnte – immer individuell gestaltet und präzise auf den vor Ort ermittelten Wohnbedarf zugeschnitten.

In Dresden besitzt Vonovia rund 38.500 Wohnungen. 74 neue, zusätzliche Einheiten werden derzeit im Umfeld der Reicker/Prohliser Straße im Süden der Stadt errichtet. Damit wird im Sinne der innerstädtischen Nachverdichtung eine 10.000 Quadratmeter große Grundstücks- Brache neu belebt. Im Rahmen des Bund- und Länderförderprogramms „Stadtumbau Ost“ war diese bereits im Jahr 2003 nach dem Rückbau mehrerer Plattenbauten entstanden und seither ungenutzt geblieben. Nach der Bereinigung der Fläche von Kellerresten im Erdreich konnte ALHO als Generalunternehmer im Juli mit der Erstellung der beiden  unkthäuser und der Häuserzeile beginnen.

Lorenzen Mayer Architekten übernahmen die architektonische  egleitung des Projekts. Sie zeichnen für den Entwurf und dessen stimmige Einbindung in den städtebaulichen  Kontext verantwortlich.

Dazu gehört auch ein mit dem Stadtplanungsamt abgestimmtes Farb- und Gestaltungskonzept für die Fassaden. In der Zusammenarbeit zwischen Architekten und Modulbau-Spezialisten sind außergewöhnliche Gebäude mit insgesamt 6.500 Quadratmeter Wohnfläche entstanden, die mit Satteldächern und differenziert gestalteten Putzfassaden eine stimmige Verbindung zur historischen, denkmalgeschützten Nachbarbebauung herstellen. Zwei dreigeschossige Punkthäuser in der Prohliser Straße mit insgesamt 12 Drei-, und Vierzimmerwohnungen sind bereits bezogen. Diese beiden Gebäude vermitteln mit ihren Raumvolumen maßstäblich zwischen der anschließenden gründerzeitlichen Einzelhaus- Bebauung und der Vonovia-Bebauung entlang der Reicker Straße. Die dort platzierte viergeschossige Wohnzeile mit insgesamt sieben separat erschlossenen Einheiten ist derzeit noch im Bau und soll Ende April bezugsfertig sein. Unterschiedliche Trauf- und Sockelhöhen lassen die einzelnen Gebäudeeinheiten wie aneinandergereihte Einzelhäuser wirken und die rund  30 Meter lange Häuserzeile somit kleinteiliger erscheinen. Hier sind 62 Zwei-, Drei-, Vier- und Fünfzimmerwohnungen untergebracht. 29 Wohnungen sind barrierefrei konzipiert. Im Erdgeschoss verfügen die Wohnungen über Gärten, alle anderen haben Balkone mit Blick ins Grüne. Spielflächen sowie Stellplätze für Fahrräder und PKW befinden sich in den mieterfreundlich gestalteten Außenanlagen.



 

 

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