13.06.2019 | Ausgabe 02/2019 (#90)

Joyful Architecture

Foto: Dirk Härle/architekturbild

Der Münchner Dirk Härle ist der Gewinner des Europäischen Architekturfotografie-Preises  architekturbild 2019 „Joyful Architecture“. Eine Jury wählte seine Bildserie auf den ersten Platz. In dem international ausgeschriebenen und anonym durchgeführten Wettbewerb, der mit 6000 Euro dotiert ist, wurden außerdem zwei weitere Preise, fünf Auszeichnungen und 20 Anerkennungen vergeben. Der Preis fordert Fotgrafinnen und Fotografen zur fotografisch- künstlerischen Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt auf.

Die Bildserie von Dirk Härle zeigt, so der Juryvorsitzende Reiner Nagel (Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur), „das Besondere in scheinbar unspektakulären Situationen. Ist es das farbige Element im blassen Umfeld, der menschliche Gestaltungswille im reizlosen Ambiente, oder der Fremdkörper in der Szene? Am Ende ist es die schmunzelnde Erkenntnis, dass es von allem etwas ist.“ Die Serie wurde in der Jury kontrovers diskutiert, aber, so Nagel weiter: „Freudvoll sind fraglos nicht die Architekturelemente, sondern die gezeigten Szenen für denjenigen Betrachter, der mit Gelassenheit und Humor auf unsere Umwelt schaut. Hierin sieht die Jury den herausragenden Beitrag der Arbeit.“

Foto: Nikolas Fabian Kammerer/architekturbild

Die zwei weiteren gleichwertigen Preisegingen an den Leipziger Fotografen Nikolas Fabian Kammerer und die Berliner  Fotografen Alexander Mai und Mikula Platz (MAIPLATZ FOTOGRAFIE) für ihre Serie „CPH – Copenhagen’s Playground Heterogeneity“.

Jurymitglied Andreas Langen zu Ersterer: „Hurra, die Bilder rocken. Senkrechte Linien sind für Weicheier, hier geht alles kreuz und quer, poppig bunt vor kosmischem Schwarz: Willkommen im Universum des unendlichen Spaßes am Bau!“ Und Julia Bargholz, ebenfalls Jurymitglied, zu der Serie aus Kopenhagen: „Die Statik der Immobilien wird verknüpft mit der Leichtigkeit eines Möglichkeitsraums für Mobilität. In der Gesamtschau ergibt sich daraus eine stimmige Ausstrahlung. Das Risiko einer Verniedlichung – etwa durch die Anwesenheit fröhlich spielender Kinder – gehen die Fotografen nicht ein, das macht die Haltung stark und die Bilder auch.“

Auszeichnungen erhielten die Serien von Swen Bernitz, Victor S. Brigola, Walter Fogel, Rainer Friedl und Daniel Müller Jansen. Anerkennungengingen an Marlene Apmann und Anja Bohnhof, Anja Bäcker, Stefan Blume, Markus Dorfmüller, Petra Gerschner, Andy Heller, Sarah Hildebrand, Enver Hirsch und Philipp Meuser, Marie Hoffmann, Marie Luisa Jünger, Julien Lanoo, Johannes Marburg, Klaus Mellenthin, Oliver Mezger, Katrin Sandmann-Henkel, Sebastian Schlüter, Lukas Schramm, Thomas Spier, Andrea Vollmer und Michael Kuchinke-Hofer und Stefanie Zoche (Haubitz+Zoche).

Foto: Alexander Mai und Mikula Platz/ architekturbild

architekturbild
Der Europäische Architekturfotografie- Preis architekturbild ist ein weltweit einzigartiger und international beachteter Preis. Ausgelobt wird er seit 1995 alle zwei Jahre, seit 2003 vom architekturbild e.v. Er wurd 2019 also bereits zum 13. Mal vergeben. Eingereicht  werden Serien mit je vier Motiven zu einem wechselnden Thema. Eine interdisziplinär und international besetzte Jury wählt bei jedem Wettbewerb, zu dem die Teilnehmenden jeweils eine Serie mit vier Bildern einreichen, die 28 besten Serien aus. Diese werden dann in einer Wanderausstellung gezeigt rund zwei Jahre auf Tour durch verschiedene Museen, Galerien und Ausstellungsorte.

Auslober des Preises ist der architekturbild e.v., Kooperationspartner sind das  Deutsche Architekturmuseum (DAM), Frankfurt/Main, und die Bundesstiftung Baukultur (Potsdam). Organisatorischer Partner ist die HfT Stuttgart.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der über den Buchhandel – auch international – oder direkt beim architekturbild e.v. bezogen werden kann.

www.architekturbild-ev.de


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