28.11.2018 | Ausgabe 06/2018 (#88)

Ein schneller Hybrid

In Schöppingen (Münsterland) entsteht derzeit ein neues Bürogebäude für das Softwareunternehmen Shopware. / Quelle: Taao GbR

Ein sechsstöckiger Kubus – ein Bürogebäude in Hybridbauweise – entsteht derzeit im westfälischen Schöppingen. Das IT-Unternehmen  Shopware will damit nicht nur fürkünftiges Wachstum gerüstet sein,  sondern möchte mit klaren, offenen Strukturen auch die Firmenphilosophie des Unternehmens widerspiegeln. Realisiert wird der Bau von Brüninghoff.

Der Fachkräftemangel führt in vielen Bereichen dazu, dass Arbeitgeber verstärkt um passende Mitarbeiter werben müssen. Insbesondere in der Software-Branche ist diese Tendenz zu spüren – so setzt das IT-Unternehmen Shopware auf zahlreiche Maßnahmen, um das eigene Wachstum nachhaltig zu stützen und für potenzielle Bewerber attraktiv zu bleiben. Übernahme von Kita-Gebühren, Gutscheine für das Fitnessstudio, Gewinnbeteiligungen und Freizeitangebote: Dies sind nur einige Beispiele für Incentives, die Shopware seinen Mitarbeitern bietet. Die Unternehmenskultur ist dabei offen, authentisch und visionär – mit flachen Hierarchien und familiärer Atmosphäre. Eine Strategie, die aufgeht: In den letzten Jahren verzeichnet der Shopsystem-Hersteller ein jährliches Mitarbeiterwachstum von 30 bis 40 Prozent. Derzeit sind rund 170 Personenam Standort in Schöppingen beschäftigt – in einem Gebäude,  das 2015 erstellt und bezogen wurde. Doch schnell wurde klar, dass weiterer Platz notwendig werden würde. Nach Plänen des Architekturbüros Bock Neuhaus Partner aus Coesfeld realisiert Brüninghoff daher auf dem bestehenden Firmengelände einen  sechsstöckigen Gebäudekubus.

Glasfassade und Holzlamellen mit Bezug zum Bestandsbau
Das Grundstück liegt am Ortseingang der Gemeinde Schöppingen, die als Sitz der Stiftung Künstlerdorf im Münsterland bekannt ist. Auf dem Gelände befindet sich der bisherige Firmensitz in Form eines L-förmigen Baukörpers. Während der längere Schenkel zweigeschossig ist, wurde der kürzere eingeschossig umgesetzt. Er schiebt sich im Gelenkpunkt unter das erste Obergeschoss. Vertikale Holzlamellen im Erdgeschoss prägen die Fassadengestaltung. Das Gebäude umschließt eine begrünte Aufenthaltsfläche. Hier knüpft der neue Bürokubus an. Er verfügt über eine quadratische Grundfläche mit Seitenlängen von jeweils 17,50 Metern und ist dem Verlauf der Nebenstraße entsprechend ausgerichtet, die das Grundstück südöstlich umschließt. Mit einer Höhe von 24 Metern überragt das neue Gebäude den Bestandsbau deutlich, nimmt jedoch gestalterisch auf diesen Bezug. So öffnet es sich im Erdgeschoss mit raumhohen Glasflächen zum begrünten Innenhof des Bestandsgebäudes. Zudem erhält der Neubau eine Glasfassade, die in Teilbereichen durc h vorgesetzte Holzlamellen aus Accoya-Holz aufgelockert wird und auf diese Weise die Fassadengestaltung des bisherigen Firmensitzes aufgreift. Das eingesetzte Holz zeichnet sich – aufgrund des speziellen Modifizierungsprozesses – durch geringe Wartungshäufigkeit, Maßhaltigkeit und Dauerhaftigkeit aus. Der Glasanteil der Fassade lässt das Objekt leichter wirken und symbolisiert zugleich Offenheit – damit folgt die Gestaltung der Firmenphilosophie des Unternehmens.

Gebäudekonstruktion in Hybridbauweise
 Umgesetzt wird der neue Tower in Hybridbauweise. So bestehen die Tragkonstruktion im Erdgeschoss sowie das  Treppenhaus aus Beton – die tragenden Außenwände der Obergeschosse aus Holz. Das Erdgeschoss wird von einer Filigrandeckenplatte mit örtlichem Aufbeton abgeschlossen. In den Bürobereichen der Obergeschosse kommt – statt einer herkömmlichen Betondecke aus Ortbeton – eine Verbundkonstruktion aus Holzbalken und Betonplatten zum Einsatz. Die beiden Baustoffe werden mittels Fertigteil-Verbindern und Vollgewindeschrauben im Werk zu einer tragfähigen Verbundkonstruktion montiert. Das Holz nimmt die Zug-, die Betonplatte die Druckkräfte auf. Die Verbindungsmittelsorgen für den schubfesten Verbund der beiden Baustoffe.  Im Vergleich zur klassischen Deckenkonstruktion verfügt die Holz-Beton-Verbunddecke über ein geringeres Gewicht. Das Schwingungsverhalten der Masse sorgt dabei dennoch für gute Werte im Bereich von Tritt- und Luftschall. Während im Erdgeschoss Außenwände und Stützen aus Beton mit einer Aluminium-Pfosten-Riegel-Fassade kombiniert werden, ist in den Obergeschossen eine Holz-Pfosten-Riegel-Konstruktion eingesetzt.

Der hohe Vorfertigungsgrad gewährleistet eine trockenere Baustelle
sowie einen schnelleren Baufortschritt. / Quelle: Brüninghoff

Hoher Vorfertigungsgrad
Die Tragkonstruktion des Gebäudes zeichnet sich nicht nur durch die Kombination unterschiedlicher Materialien aus, sondern auch durch einen hohen Vorfertigungsgrad – insbesondere in den Obergeschossen. Die Außenwände werden 
-als Pfosten-Riegel-Fassade und hinterlüftete Glasfassade –
-am Hauptsitz von Brüninghoff in Heiden vorgefertigt und auf die Baustelle transportiert. Stahlbetonstützen, -unterzüge und Deckenelemente werden ebenfalls als Fertigteile im Werk hergestellt, sodass vor Ort nur noch der Verguss erfolgt. Die Wände für das Erdgeschoss werden als Voll- oder aber  albfertigteile und die Decken als Halbfertigteile ausgeführt. Hier werden lediglich die Rundstützen und Unterzüge sowie der Aufbeton der Decken aus Ortbeton hergestellt. Mit dem hohen Vorfertigungsgrad wird nicht nur eine trockenere Baustelle gewährleistet, sondern auch der Baufortschritt positiv beeinflusst. Die stationäre Produktion im überdachten, geschützten Umfeld mit modernen Maschinen unterstützt einen bedarfs gerechten Materialeinsatz sowie eine nachhaltige und ressourceneffiziente Bauweise. Zugleich werden eine regelmäßige Qualitätskontrolle und ein hoher Qualitätsstandard gewährleistet.

Logistische Herausforderung
 Die einzelnen Wandelemente sind bis zu 16,80 Meter lang. Dies gilt vor allem für die Bauteile der Ostfassade. Beim Handling ist eine mögliche Verformung zu beachten.  Brüninghoff entwickelte daher eine spezielle Traversenkonstruktion, die Maßhaltigkeit gewährleistet und das Heben der langen Elemente zum Montageplatz erleichtert. Dort werden diese dann ausgerichtet und mit der Betondecke verbunden.

Offene Gestaltung für einen intensiven Austausch
Das neue Gebäude bietet Platz für rund 150 Mitarbeiter des Softwareunternehmens sowie eine Kantine. Bewusst wurde bei der Gestaltung der Flächen im Gebäudeinnern auf Offenheit gesetzt, um Arbeitsplätze zu schaffen, die einen direkten Austausch zwischen den Mitarbeitern fördern. Zudem lassen sich die Räume dadurch schnell und flexibel umgestalten und an zukünftige Anforderungen anpassen. Für zusätzliche Aufenthaltsqualität sorgt die Dachterrasse.

Mit dem Neubau wird ein langfristig ausgerichteter Bürotower geschaffen, der sich durch Nachhaltigkeit auszeichnet und sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten Rechnung trägt. Denn die Holz-Hybridbauweise sorgt für den bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Einsatz der Materialien – zugleich werden derzeitige und zukünftige Anforderungen der Arbeitswelt in ein gelungenes Gebäudekonzept umgesetzt.


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