28.11.2018 | Ausgabe 06/2018 (#88)

Modellversuche für den Radverkehr

Das Fahrrad spielt eine zentrale Rolle in Sachen Mobilität der Zukunft./ Quelle: Tiffany Nutt/Unsplash

Um das Maßnahmenspektrum zur Sicherung des Fahrradverkehrs zu erweitern, führt die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in  Bayern e.V. (AGFK Bayern) gemeinsam mit der Technischen Hochschule Nürnberg im Zeitraum von 2018 bis 2020 ein Forschungsprojekt durch.

Auf verschiedenen Straßenabschnitten in bayerischen Kommunen werden im Rahmen dieses Projekts unterschiedliche Maßnahmen und deren Wirkung auf die Sicherheit des Radverkehrs untersucht. Das Bayerische  Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr unterstützt das Vorhaben finanziellund beratend.

Ziele des Forschungsprojekts
In zahlreichen bayerischen Kommunen besteht ein sehr großes Interesse an Alternativen zum Mischverkehr oder daran,  bessere Führungsmöglichkeiten für denRadverkehr zu finden. Wenn Radfahrer  im Mischverkehr auf der Fahrbahn bei vergleichsweise hohen Kfz-Belastungen fahren, keine eigenen Flächen  für den Radverkehr zur Verfügung stehen, kritische Verknüpfungsstellenoder Engstellen vorhanden sind, wird Handlungsbedarf für mehr Sicherheit für den Radverkehr gesehen. Immer wieder ist es aber auch einfach die Unsicherheit bei Radfahrern und Autofahrern, er wo fahren darf oder soll, die zu Konfliktsituationen führt. Mit dem Forschungsprojekt sollen Maßnahmen für mehr Fahrradfreundlichkeit und Verkehrssicherheit in den Kommunen evaluiert werden, denn nur, wer sich als Radfahrer sicher fühlt, wird das Rad auch häufig benutzen.

Die AGFK Bayern untersucht gemeinsam mit den Projektpartnern in folgenden  Modellversuchen in besonderen und kritischen Straßenbereichen spezielle Kennzeichnungen und ausgewählte  ührungsformen für den Radverkehr, um die Situation für alle Verkehrsteilnehmerklarer und sicherer gestalten zu können:

  • Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn 
  • Kennzeichnung von Radwegen ohneBenutzungspflicht 
  • einseitige Schutzstreifen innerorts 
  • Tempo 30 in Hauptverkehrsstraßen

Elf bayerische Kommunen beteiligen sichan den Modellversuchen. Die Technische  Hochschule Nürnberg untersucht die Wirkung der Maßnahmen auf die subjektive und objektive Sicherheit sowie die Wahrnehmung und ggf. Verhaltensveränderungen bei allen Verkehrsteilnehmern. Die Evaluation der Wirkungen der  Maßnahmen basiert vor allem auf empirischen Erhebungen mit Vorher-Nachher- Vergleich für die Untersuchungsstrecken.Ziel des Forschungsprojekts ist es, Empfehlungen zu Einsatzkriterien der jeweiligen Maßnahme sowie ggf. auch Ausschlusskriterien herauszuarbeiten.

Regelwerke fortschreiben
 Bei den Projekten wird teilweise über die bisherigen Regelungen in der Straßenverkehrsordnung und ihren Vorschriften hinausgegangen. Laut dem AGFK-Bayern Vorsitzenden und Landrat Matthias Dießl können von den Modellprojekten zahlreiche Kommunen profitieren: „Ziel  der AGFK Bayern ist es, mit den Ergebnissen der Modellversuche die geltenden Regelwerke fortzuschreiben. Wir wollenuntersuchen, wie das Miteinander im Verkehr gerade an kritischen Stellen und in engen Straßen sicherer und besser gestaltet werden kann. Die Erkenntnisse  aus den Modellversuchen könnten deshalb Von bundesweitem Interesse sein.“

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden im Frühjahr 2020 erwartet.

Kommunen und Vorhaben 

  • Andechs (Landkreis Starnberg):  Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn 
  • Cadolzburg (Landkreis Fürth):Tempo 30 in Hauptverkehrsstraßen 
  • Erlangen: Fahrradpiktogramm auf Fahrbahn, einseitiger Schutzstreifen innerorts
  • Fattigau (Landkreis Hof): Fahrradpiktogramm auf Fahrbahn, einseitiger Schutzstreifen innerorts
  • Fürstenfeldbruck: Einseitiger Schutzstreifen innerorts, Tempo 30 in Hauptverkehrsstraßen
  • Gräfelfing: Kennzeichnung von Radwegen ohne Benutzungspflicht 
  • Gröbenzell: Tempo 30 in Hauptverkehrsstraßen
  • Regensburg: Kennzeichnung von Radwegen ohne Benutzungspflicht, Tempo 30 in Hauptverkehrsstraßen
  • Weßling (Landkreis Starnberg): Kennzeichnung von Radwegen ohne Benutzungspflicht
  • Wolfratshausen: Einseitiger Schutzstreifen innerorts 
  • Wörthsee (Landkreis Starnberg): Einseitige Schutzstreifen innerorts

www.agfk-bayern.de


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