11.06.2018 | Ausgabe 03/2018 (#85)

Komplexe Elektroplanung in Hotels

Quelle: HF - GmbH

Die Elektroplanung von Hotelgebäuden wird immer komplexer. Aspekte wie Nachhaltigkeit, Komfort, Vernetzung, Digitalisierung sowie die Optimierung von Betriebsund Unterhaltskosten sind heute nur noch durch intelligentes Systemmanagement zu beherrschen“, sagt Roland Hofmann, Geschäftsführer der HF-GmbH Elektroplanung, Karlsruhe.

Vergleichbare Planungsbereiche mit anderen Immobilien

Auf den ersten Blick erscheint die Elektroplanung bei Hotelzimmern mit der eines Wohnhauses vergleichbar zu sein, bei dem es ebenfalls unterschiedliche Nutzungsbereiche wie Badezimmer, Schlaf- und Wohnräume gibt. Trotzdem beginnen hier schon die ersten Unterschiede – zum Beispiel bei den Bädern, deren Decken in Hotels meist abgehängt sind. „Gerade bei der Be- und Entlüftung besteht ein besonderer Planungsaufwand“, erklärt Roland Hofmann. „Hier muss der Planer früh entscheiden, wo die Ein- und Auslässe für die Luft sind, wo Leuchten und ggf. Lautsprecher eingebaut werden. Das lässt sich während der Bauausführung nur noch sehr aufwändig korrigieren.“

„Bei Hotelbauten sind die Größenverhältnisse jedoch völlig anders als im Wohnungsbau. Da gibt es Objekte mit 160 Zimmern und Selbstverpflegung, also Pantryküchen, oder auch Objekte mit über 300 Zimmern, bei denen sich auf äußerst komprimiertem Raum sehrunterschiedliche Anforderungen ständig wiederholen“, erklärt Andy Herlan, Projektleiter für Hotel-Immobilien beider HF-GmbH Elektroplanung. „Eine sehr große Herausforderung in unserer Planungsarbeit besteht in der Beherrschung dieser Vielfalt. Wir müssen Technik auf kleinstem Raum verdichten. Im Hotel ist vieles in eine kleine Einheit gepresst. Neben dem Badezimmer, das es ja immer gibt, finden Sie den Fernseher, unweit daneben vielleicht eine kleine Kochnische, je nachdem wie das Konzept des Betreibers ist.“

Auch Not- oder Feuermelder, Rauchmelder, Alarmgeber und Sprinkler sind fast immer mit zu berücksichtigen.

Hohe Dichte unterschiedlicher Planungsaufgaben

Die Elektroplanung der Hotelzimmer ist aber nur der eine Teil der Elektroplanung in einem Hotel. Viel aufwändiger sind die zahlreichen unterschiedlichen Hauptversorgungsbereiche zu planen. Dazu gehören, je nach Ausstattung und Größe des Gebäudes, die Rezeption, die Gastronomie mit Küche und Bar, das Foyer, Aufenthaltsbereiche, Fitness, Sauna, Spa, Pool, Konferenz- und Businessbereiche, das Backoffice des Hotels, Terrassen und häufig auch eine Tiefgarage. Hier gilt es für den Planer, nicht nur normativen Kriterien, sondern auch bautechnischen Anforderungen in Hülle und Fülle gerecht zu werden.  

„Dadurch haben wir auch viel mehr Planungspartner, mit denen wir uns abstimme nmüssen“, betont Andy Herlan.  „Da ist zum Beispiel der Küchenplaner für die Gastronomie, der Klimatechniker, der Innenarchitekt, der Lichtplaner, der die ganzen öffentlichen Bereiche definiert, das Thema Sonnenschutz und natürlich der Hotelbetreiber, der bei großen Ketten weltweite Standards einzuhalten hat. In Summe existieren wesentlich mehr Schnittstellen bei den Gewerken als im normalen Wohnungsbau bzw. Planungsalltag.

“Ein weiteres anspruchsvolles Thema ist die Planung der Schließanlage für den Gebäudekomplex. Hier ist die gesamte Zutrittskontrolle zu regeln, da es mehrere Anlaufstellen wie Anlieferung, Haupteingang, Nebeneingänge, Personaleingang, Eingänge zu einem Park oder zu einer Außenanlage gibt, aber auch zur Tiefgarage (öffentlich, Hotelgäste) und natürlich zu den Zimmern.

Fazit: Die gesamte Bandbreite elektrotechnischer Planungsaufgaben, die man sonst nur in verschiedenen Gebäudetypen findet, kommen in der Hotelimmobilie an einem Ort zusammen und müssen von der Elektroplanungweitsichtig so konzipiert werden, dass der Betrieb wie gewünscht 24/7 reibungslos laufen kann.

Quelle: HF - GmbH

Hohe informative E-Vernetzung in der Zukunft

Zunehmende Bedeutung bei der Elektroplanung gewinnt die Digitalisierung. Dies gilt besonders für die Vernetzung mit Datenleitungen und den Aufbau von Managementsystemen in Hotels. Während  man in Wohnungen in der Regel TV, Internet und Telefonanschluss hat und jeder Nutzer seine eigenen Provider bzw. Anbieter wählt, verhält sich das im Hotel völlig anders. Dort ist alles zentralisiert, es läuft vieles über Server.

„Das Datennetzwerk eines Hotels ist natürlich seh viel ausgeprägter und umfangreicher“, erklärt Roland Hofmann. „Hier wird eine extrem hohe Anzahl von Datenleitungen benötigt.“

Digitales Fernsehen läuft z. B. über Server. Der Hotelbetreiber nutzt dieses Medium nicht nur zum Abspielen von Videos oder zum Empfang der Sender, sondern auch für die eigene Werbung oder Hinweise auf Veranstaltungen. Der Hotelgast hat dann zukünftig die Möglichkeit, das beworbene Event direkt zu buchen.

„Es gibt inzwischen auch IPTV, aber leider noch keinen Anbieter für ein durchgängiges System. Wir stehen deshalb vor der Herausforderung, dass wir bei der Planung sehr viele Schnittstellen aufmachen, optimieren und wiederschließen müssen“, betont Roland Hofmann.

Das eigentliche Thema ist in diesem Kontext aber das Management aller Datenmengen von der Zimmersteuerung per App bis hin zur intelligenten Steuerung von Bezahlabläufen in Abhängigkeit der Nutzungen.

„Die Digitalisierung erfordert viel mehr Server, mehr Managementsysteme, die in der Lage sind, die vielen künftigen Anforderungen miteinander zu verknüpfen“, erklärt Andy Herlan. „In diesem multimedialen Bereich stehen wir Planer vor großen Herausforderungen, verbunden mit großen Chancen, die wir in enger Zusammenarbeit mit diversen Anbietern von Netzwerk-Equipment auch proaktiv vorantreiben, um aktuell die beste Lösung anzubieten und in Zukunft die perfekte digitalisierte Hotelimmobilie abbilden zu können.“

Quelle: HF - GmbH

Elektromobilität bedingt neue Infrastrukturen bei den Bestandsimmobilien 

Auch die zunehmende Elektromobilität wird in Hotels bei der Planung immer wichtiger. Gerade Hotelimmobilien im Bestand werden sich kurzfristig überlegen müssen, wie sie dem Boom begegnen.

Der Hotelbetreiber muss in diesem Fall nicht nur den passenden Stellplatz bereitstellen, sondern auch die dafür notwendige Infrastruktur. Je nach Autotyp benötigt eine Ladestation derzeit bis zu 37 kW.

„Wenn man sich z. B. entscheidet, fünf bis sechs Ladestationen einzurichten, dann braucht man dafür in der Regel eine eigene Trafostation, weil das Niederspannungsnetz das gar nicht mehr leisten kann“, erklärt Roland Hofmann, „und das sind dann wiederum Investitionskosten für den Hotelier oder den Betreiber, die sich auch amortisieren müssen.“

Quelle: HF - GmbH
Quelle: HF - GmbH

Grundsätzlich wird die Stromversorgung eines Hotels so ausgelegt, dass die typischen Abläufe und Anforderungen im Tagesbetrieb abgedeckt werden. Die meisten Hotels arbeiten morgens zwischen 7:00 und 9:00 Uhr im Hochbetrieb.

Es wird aufgestanden, geduscht, geföhnt, gefrühstückt. Permanent laufen die Aufzüge, die Küche ist in Betrieb, Licht ist überall an. Zu dieser Zeit besteht das höchste Stromaufkommen des Tages und für diesen Bedarf ist auch die elektrische Anlage mit Grundversorgung plus Reserve ausgelegt.

„Wenn dannaber noch zusätzlich Fahrzeuge zu dieser Zeit geladen werden sollen, geht irgendwann die Reserve zu Ende“, resümier tRoland Hofmann.

Aus diesem Grund muss sehr genau geplant werden, wie man das Versorgungskonzept für das betreffende Hotel erstellt. Pro Ladestation rechnen die Experten aus Karlsruhe mit rund fünf- bis sechstausend Euro Investitionskosten, wenn sie unabhängig von jedweden Randbedingungen betrieben werden sollen.

„Allerdings steckt die Abrechnung des Ladevorgangs im Hotel noch in den Kinderschuhen. Möglich sind viele Varianten: von der kostenlosen Serviceleistung über die Pauschale bis hin zur exakten Abrechnung“, so Roland Hofmann.

„Habe ich mehrere Gäste, die diese Station nutzen, muss der Betreiber ja im Endeffekt selbst schauen, wie er abrechnet. Soll es mit der Übernachtungv errechnet werden, dann ist da der Preis drin für einmaliges Laden, oder es wird eine Pauschale berechnet. Darauf müssen die eingesetzten Managementsysteme ausgelegt sein.“


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