13.04.2018 | Ausgabe 02/2018 (#84)

Editorial

Harald Link (HL): Herr Rauh, greenBUILDING feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Was gab denn damals den Ausschlag, sich explizit dem nachhaltigen Planen und Bauen zu widmen?

Harald Rauh (HR): Vor dem Hintergrund der immer öfter geführten Diskus­sionen über die Notwendigkeit eines ökologisch verträglichen, energetisch effizienten und ökonomischen Baus und Betrieb von Bauwerken waren wir der Meinung, dass die Zeit für ein entsprechendes Magazin, auch als Leitfaden für Anbieter und Nachfrager von Gebäuden, und natürlich insbesondere für Architekten, angebrochen sei. Im Bewusstsein der Planer hat sich in der Zwischenzeit viel getan, oder?

HL: Nicht nur bei den Architekten und Ingenieuren, für die zeitgemäße energetische Konzepte und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen mittlerweile zum ganz selbstverständlichen Handwerkszeug gehört. Inzwischen hat das Thema vor allem auch Bauherren und Investoren erreicht. Es ist heute kaum noch vorstellbar, bei einem Neu- oder Umbau nicht auf Effizienz oder den ressourcenschonenden Einsatz von Materialien zu achten. Was ja auch auf die Herstellung des Magazins greenBUILDING zutrifft.

HR: Ja, richtig, wir sind der Meinung dass das Thema so wichtig für den Fortbestand unserer Gesellschaft ist, dass wir selbstverständlich an den Grenzen des Produktes nicht halt machen wollen und nicht nur das Magazin nach diesen Grundsätzen produzieren sondern auch als Unternehmen uns diesen Regeln verschrieben haben. Lassen Sie uns doch nochmal über den Markt sprechen. Wohin gehen denn die Trends beim Planen und Bauen?

HL: Momentan boomt alles, was „smart“ ist. Doch so sehr moderne Haussteuerungstechnologien uns auch Effizienzgewinne und Komfort bringen, so kritisch sollte man auch hinterfragen, ob der Weg, sich jeden Winkel des Hauses mit Elektronik vollzustopfen, der richtige Weg ist. Ein Smartphone „hält“ heute zwei bis drei Jahre, ein Computer nicht viel länger. Wie oft wollen wir künftig die neue Hardware in unseren Gebäuden updaten und upgraden? Und wie sieht die Lebenszyklusbetrachtung all der vielen elektronischen Bauteile tatsächlich aus? Ich bin gespannt auf die weiteren Entwicklungen, die wir in greenBUILDING natürlich engagiert, aufmerksam und bei Bedarf kritisch begleiten werden – vielleicht auch mit neuen Ideen und Formaten?

HR: Natürlich wird sich ein Magazin, das sich ja nur auf den ersten Blick als bloßes Druckerzeugnis präsentiert, weiterentwickeln. Wir werden den immer wichtiger werdenden Online-Auftritt weiter ausbauen und ergänzen, neue Themenfelder beleuchten und beispielsweise Veranstaltungen anbieten. Quasi greenBUILDING zum Anfassen.  Besonders wichtig sind mir mehr und hitzigere Debatten im Heft. So lebendig, wie das Leben „da draußen“ ist, so lebendig wird es auch im Magazin und bei all unseren anderen Aktivitäten zugehen. Unser engagiertes Team hat noch einiges in petto – Leser und Industrie dürfen sich auf viele weitere spannende Themen und Ideen freuen.


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