13.04.2018 | Ausgabe 02/2018 (#84)

Green Factory 2.0: Wenn Energieeffizienz Gestalt annimmt

Bild: Ingo Jensen/Alois Müller

So sieht fortschrittliche Energieeffizienz aus: Nach einer intensiven Bauzeit hat die Green Factory 2.0 der Alois Müller Gruppe in Ungerhausen im Unterallgäu bereits Gestalt angenommen. Auf einer Fläche von 18.000 m2 entsteht das größte nahezu energieautarke Produktions- und Bürogebäude der Welt.

Der ehrgeizige Zeitplan für das Gebäude erfordert ein zügiges Vorankommen und bislang liegt man voll im Zeitplan. Der Rohbau ist mittlerweile fertig und gut ein halbes Jahr nach dem offiziellen Spatenstich konnte schon das Richtfest der Green Factory 2.0 gefeiert werden. Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise in den kommenden Monaten: Ab April 2018 startet die Fertigung auf den neuen Produktionsflächen und bis spätestens Anfang 2019 soll dann auch der Umzug der Verwaltung von Memmingen nach Ungerhausen erfolgen.

Die bereits seit 2012 bestehende, ca. 4.000 m2 große Green Factory der Alois Müller Gruppe wird im Zuge der aktuellen Baumaßnahmen nochmals um 10.000 m2 an weiteren Produktions- und Lagerflächen sowie weiteren 4.000 m2 für Büro, Verwaltung, Schulung und Kantine erweitert.

Blick in die neuen Fertigungshallen der Green Factory 2.0 in Ungerhausen.
Bild: Ingo Jensen/Alois Müller

Nach ihrer Fertigstellung wird die neue Green Factory 2.0 beinahe ausschließlich über eine 1,1-MW-Photovoltaikanlage mit regenerativer Sonnenenergie versorgt. In der neuen Fabrik, die schrittweise ab Frühjahr 2018 in Betrieb genommen wird und deren Bau von der Europäischen Union finanziell gefördert wird, werden in Zukunft hauptsächlich Energiemodulsysteme und weitere versorgungstechnische Komponenten des Anlagenbaus, wie zum Beispiel Rohrleitungssysteme aus Stahl und Edelstahl, gefertigt.

Bereits vor sechs Jahren wurde die erste Green Factory gebaut, um den Grad der Vorfertigung deutlich zu erhöhen und den Kunden so eine deutlich höhere Qualität anbieten zu können.

Man will der Industrie am eigenen Beispiel vorleben, wie sich nachhaltige, ressourcenschonende Produktionsumgebungen in der Praxis realisieren lassen. Für viele Unternehmen wird es in Zukunft darum gehen, dezentrale Kraftwärmekopplung und Photovoltaikanlagen miteinander zu kombinieren, damit sie den PV-Strom bestmöglich selbst nutzen können. Die neue Art der Nachhaltigkeit soll sich in den kommenden Jahren in der Industrie durchsetzen. Das Konzept der Green Factory geht dann bereits zu 100 % auf. Wenn jede Fabrik auf der Welt eine Green Factory wäre, hätte man die Energiewende längst abgeschlossen.

In der Green Factory 2.0 werden nicht nur modernste High-Tech-Anlagen wie eine neue Lackier- und Sandstrahl-Anlage installiert, das Büro- und Verwaltungsgebäude wird wie ein Campus gestaltet und mit modernen Schulungsräumen und einer Kantine für die Mitarbeiter ausgestattet. Besonderer Fokus liegt dabei auch auf der Ausbildung des Nachwuchses und so ist die Produktionshalle gleichzeitig auch Ausbildungshalle. Am Standort in Ungerhausen erlernen die Auszubildenden ihre Berufe in einer der modernsten und gleichzeitig energie­sparendsten Ausbildungshallen des SHK-Handwerks überhaupt.

Herzstück der Green Factory 2.0 der Alois Müller Gruppe ist die bereits bestehende Energie­zentrale.
Bild: Ingo Jensen/Alois Müller

Im Zuge der Erweiterung der Green Factory wird der gesamte Anlagenbau der Alois Müller GmbH stückweise von Memmingen nach Ungerhausen verlegt. Lärm- und verkehrsintensive Arbeiten werden so vorausschauend an die Autobahn verlagert. Die Hauptverwaltung sowie die Schwerpunkte „Engineering“ und „Service“ bleiben weiterhin am Standort in Memmingen. Durch das Splitting werden optimale Bedingungen und Raum für die unterschiedlichen Arbeitsfelder geschaffen, um langfristig in allen Bereichen nachhaltig wachsen zu können.

Die neue Green Factory 2.0 ist besonders nachhaltig, denn die Produktions- und Bürogebäude können nahezu energieautark betrieben werden. Eine rund 10.000 m2 große Photovoltaikanlage mit einer Leistung von insgesamt 1,1 MW versorgt die grüne Fabrik mit 90 % der benötigten Energie für Strom, Kälte, Wärme und Druckluft. Die letzten 10 % deckt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ab. Die Energiekosten und der CO2-Ausstoß sinken damit auf Null. Integriert in das Energiekonzept ist auch eine 200-kW-Pelletheizanlage.

Herzstück der Green Factory 2.0 ist die neue Energiezentrale, in der das gesamte Energiemanagement des Werks in Ungerhausen gesteuert wird. Das ausgeklügelte Energiemanagementsystem kommt von der E-Con AG, den Spezialisten für Energieconsulting und -con tracting. Nicht nur die Alois Müller GmbH, sondern das gesamte Gewerbegebiet Ungerhausen profitieren vom Konzept der Green Factory. Überschüssige Kälte- und Wärmeenergie gehen in ein gemeinsames Netz; so werden die benachbarten Firmen gleich mitversorgt. Erzeugter Strom, der in der Green Factory nicht benötigt wird, wird in das allgemeine Stromnetz eingespeist und vergütet.

Blick in die Energiezentrale der Green Factory 2.0.
Bild: Ingo Jensen/Alois Müller

Das A und O ist dabei ein ausgeklügeltes Energiemanagementsystem. Ein intelligentes Stromnetz überwacht laufend den Stromverbrauch der Maschinen und steuert die Einschaltzeiten der Anlagen so, dass Belastungsspitzen vermieden werden. Damit die Green Factory und ihre Maschinen zu jeder Zeit zuverlässig mit Energie versorgt werden, werden große Pufferspeicher installiert. In ihnen wird Energie für Wärme, Kälte und Druckluft sowie Strom gespeichert. Bei Bedarf fließen diese „Reserven“ dann in das Energie-Netz der Green Factory, zum Beispiel bei besonders hoher Produktionsbelastung oder an Tagen, an denen die Sonne nicht scheint.

Bei der technischen Gebäudeausstattung (TGA) setzt man in der Green Factory 2.0 voll auf digitale Wartung und Instandhaltung. Sämtliche Anlagen sind mit sogenannten intelligenten Sensoren ausgestattet, die Störungen automatisch melden. Durch die Vernetzung der gesamten Anlagentechnik können Störungen zentral behoben, sämtliche Parameter verändert und Wartungsabläufe vollautomatisch gestartet werden. Alle Daten werden digital präzise und vollständig erfasst und können sofort weiterverarbeitet werden. In der Energie- und Managementzentrale hat man alle Prozesse im Griff. Durch die volldigitale Gebäudetechnologie verkürzen sich Reaktions- und Ausfallzeiten. Je eher man auf Probleme reagieren kann, desto geringer ist das Schadens- und Kostenrisiko. Nicht nur in der eigenen Green Factory, sondern vor allem auch bei Kunden aus der Industrie ist dieser sogenannten Smart-Maintenance-Ansatz von elemantarer Bedeutung im Facility Management.

Auch beim Thema „Mobilität“ setzt die Alois Müller GmbH auf Nachhaltigkeit. Auf dem Firmengelände in Ungerhausen entstehen insgesamt acht Ladestationen für Elektrofahrzeuge, die von jedermann frei genutzt werden können. Zwei davon sind sogenannte Schnell-Charger mit jeweils 120 kWh, die den Akku eines E-Fahrzeugs innerhalb von 20 Minuten wieder aufladen. Langfristig soll der firmeneigene Fuhrpark auf E-Fahrzeuge umgerüstet werden. Für diesen Schritt schafft man in Ungerhausen bereits jetzt die notwendige Basis. 


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