01.07.2015 | Ausgabe 07-08/2015

Editorial: Alleskönner

Dipl.-Ing. Harald Link

Dipl.-Ing. Harald Link

Liebe Leserinnen und Leser,
dass Holz als natürlicher Baustoff im Konzert des nachhaltige Bauens eine gewichtige Stimme hat, das ist unbestritten. Im konstruktiven Bereich spielt das nachwachsende Material nach wie vor und bekanntermaßen seine Stärken aus, wie in dieser greenbuilding-Ausgabe beispielsweise in den Beiträgen über den Bau eines Aussichtsturms oder die Realisierung eines Kirchengebäudes geschildert wird. Auch bei der Verkleidung von Wänden und Decken ist Holz – pur oder als weiterverarbeiteter Werkstoff– ein „alter Bekannter“, den Planer und Bauherren auch aufgrund seiner baubiologischen Eigenschaften schätzen. Holz als Energielieferant? Von alters her eine feste Größe und heutzutage in vielfältiger Form – von der Verbrennung von Pellets bis hin zur Erzeugung von Gas mittels Biomasse – aus dem Energiemix nicht wegzudenken.

Doch die Entwicklung geht weiter. Holzschaum, über den wir in dieser Ausgabe ebenfalls berichten, ist eine dieser Anwendungen, die sich anschickt, irgendwann die erdölbasierten Wettbewerber zu ersetzen. Das mag gelingen oder auch nicht und noch hat das Nischenprodukt sicherlich einen langen Weg vor sich. Aber das Potenzial ist vorhanden und vor allem: Das Interesse der Forscher am Holz ist eine Triebfeder, die noch zahlreiche weitere neue Produkte auf den Markt bringen dürfte. Auch sonst tut sich einiges rund ums Holz, wie ein Blick auf unsere Produktseiten zeigt: Holzfaserdämmung, Innovationen hinsichtlich des Schallschutzes von Holzdecken oder auch die Kombination von Ziegeln mit Holz – Berührungsängste oder „Lagerdenken“ sind von gestern.

Nicht ganz trifft das auf den Stahl zu. Der ist in aller Regel „pur“ – so sehr, dass er problemlos wieder verwendet werden kann, wie unsere Autorin Leila Haidar aufzeigt. Die genannten Zahlen und Recyclingquoten sind durchaus beeindruckend und lassen das langlebige Material, in dessen Herstellung viel Energie investiert wird, in einem anderen Licht erscheinen. Oder hätten Sie gewusst, dass die Stahlträger aus dem Berliner „Palast der Republik“ heute und vermutlich auch noch einige weitere Jahrzehnte lang an anderer Stelle gute Dienste leisten?

Eine informative Lektüre wünscht Ihnen

Harald Link

redaktion@greenbuilding-magazin.de


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