12.10.2015 | Ausgabe 10/2015

Editorial: Gute Entwicklung

Dipl.-Ing. Harald Link

Dipl.-Ing. Harald Link

Liebe Leserinnen und Leser,
es ist spannend, wie sich auch große Messen im Laufe der Jahre verändern. Alles, was noch vor ein paar Jahren „ging“, ist heute schon lange kein Garant mehr für volle Hallen. Automobilmessen zum Beispiel ziehen naturgemäß zahlreiche Besucher an, die sich neue, große und kraftstrotzende Boliden anschauen möchten. Aber die größte Aufmerksamkeit ist den Herstellern immer dann sicher, wenn sie sich zukunftsfähigen Antrieben zuwenden und Modelle präsentieren, die mit sinnvollen Konzepten beispielsweise auf E-Mobilität setzen. Ein ähnlicher Trend lässt sich bei Consumer-Electronic-Messen beobachten. Auch dort zieht nicht mehr so sehr das vermeintliche Statussymbol die Massen an – viel mehr die Besucher „smarte“ Technologien. Ausstellungskonzepte oder Messen verstehen sich immer mehr als große Wissens-Vermittlungsbörsen für den Endverbraucher. Über allem schwebt die Frage, wie sich einzelne Komponenten im Haus oder im Auto sinnvoll miteinander vernetzen lassen und damit zusätzlich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Energie und Ressourcen beitragen.

Der Ansatz ist gut – in vielerlei Hinsicht. Moderne Technologien sind ein elementarer Baustein in der nachhaltigen Lebensgestaltung und kommen in nutzerorientierter Art und Weise bei den Kunden an. Das komplexe Thema „Gebäudetechnik“ zum Beispiel wird konsumentenfreundlich. Doch gibt es nicht nur Begeisterung. Der Spagat zwischen Technikverliebtheit und obskuren Erfindungen, die keiner wirklich braucht, gelingt nicht immer. Manches, was unseren Alltag sinnvoll unterstützen oder erleichtern konnte, führt in der Weiterentwicklung zu unnötiger Verkomplizierung. Auch hier ist der Schlüssel zum Erfolg, das richtige Maß zu finden. Klar ist es praktisch, nicht mehr im Keller auf einem Schaltkasten oder anderen Apparaturen ablesen zu müssen, wieviel Strom die Photovoltaikanlage gerade produziert oder was die Heizung tagesaktuell leisten muss. Viele Hersteller nehmen die Schnittstelle zum Nutzer sehr ernst und entwickeln Apps oder andere Lösungen, mit deren Hilfe alle notwendigen Einstellungen und Kontrollen des „Gesamtsystems Haus“ gesteuert und kontrolliert werden können. Schlussendlich muss der Nutzer aber auch alles richtig anwenden können. Den Kunde die Scheu vor einem „Zuviel“ an Technologie zu nehmen, das ist ein weiteres Aufgabenfeld für die Hersteller. Viele Unternehmen haben das erkannt und bieten entsprechende Unterstützung an, was die Akzeptanz intelligenter Gebäudetechnik erhöht – und das ist eine gute Entwicklung auf dem Weg zu noch mehr Energieeffizienz im Gebäudebestand.

Harald Link
redaktion@greenbuilding-magazin.de


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