01.07.2014 | Ausgabe 07-08/2014

Editorial: Über Generationen

Harald Link

Bauen mit Holz – das liegt als Thema nahe, wenn Nachhaltigkeit eine Rolle spielt. Dabei ist Holz per se nicht automatisch die erste Wahl, wenn es um Energie- und Rohstoff-effiziente Bauwerke geht. Da kann die Wahl auch auf den Mauerwerksbau oder, meist außerhalb des Wohnungsbaus oder im Ingenieurbau, auf Beton, auf Stahl oder auf intelligente Kombinationen unterschiedlicher Materialien fallen. Es liegt schon an den Architekten und Ingenieuren, die spezifischen Eigenschaften des einen oder anderen Baustoffs in Entwurf und Konstruktion zu berücksichtigen, sie sinnvoll zu nutzen und einzusetzen. Es liegt an den Herstellern und Verarbeitern, nicht nur für ihr Produkt zu werben, sondern seine Vorzüge auch am gebauten Objekt zu demonstrieren und unter Beweis zu stellen. Sie sind auch gut beraten, durch Investitionen in Forschung und Entwicklung dafür zu sorgen, dass „ihr“ Material attraktiv bleibt für Bauwerke, bei denen nachhaltige Aspekte künftig sicherlich eine noch größere Rolle spielen werden und müssen, als dies heute ohnehin schon der Fall ist.

Attraktiv bleiben müssen Holz, Mauerwerk, Stahl, Beton und Co. vor allem für die Bauherren. Warum diese sich für Konstruktionen, für Dämmungen, für Ausstattungen entscheiden, die auf Holz als Bau- und Werkstoff basieren, zeigen wir in dieser Ausgabe. Holz ist als nachwachsendes, regionales Material mit überzeugender CO2-Bilanz und guten raumklimatischen Eigenschaften bei Vielen seit Jahrzehnten ganz oben auf der Agenda. Sein zeitweilig negatives Image als nicht besonders dauerhafter, eher „billiger“ Baustoff, das es hierzulande unter anderem mit dem Aufkommen der Fertighausindustrie hatte, hat es längst abgestreift. „Lessons learned“ – Holz wird heute innovativ eingesetzt, kreativ verplant, qualitätsvoll und höchst präzise verarbeitet und kann so über Generationen hinweg Freude bereiten.

Das Thema „Generation“ ist ebenfalls ein Thema in dieser Ausgabe – unter anderem bei einem Bürogebäude, das Planer und Bauherren so konzipiert haben, dass ein reibungsloser Übergang der Geschäftsführung von den Eltern auf die Kinder möglich ist. Und bei einem Ferienhaus, in dem sich drei Generationen wohl fühlen sollen und dies auch tun: mit großen Gemeinsschaftsflächen und gleichzeitig mit viel Raum für Privatsphäre und Zurückgezogenheit.

Eine inspirierende Lektüre wünscht Ihnen

Harald Link
redaktion@greenbuilding-magazin.de


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