01.09.2013 | Ausgabe 9/2013

Gesunder Wettbewerb

Harald Link

Harald Link

Liebe Leserinnen und Leser,

die Frage nach dem „richtigen“ Zertifikat für Gebäude beschäftigt Planer und Investoren – nahezu weltweit. Die Antwort ist einfach: Das eine, allgemein gültige und richtige Zertifikat gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind die Ansätze und Anforderungen, zu differenziert die Kriterien. Die Verantwortung der Planer ist daher groß. Investoren dürfen zu Recht erwarten, bei der Auswahl des geeigneten Zertifizierungssystems fachlich kompetent und fundiert beraten zu werden. Architekten und Energie-Experten tun daher gut daran, sich intensiv mit dieser Thematik zu befassen.

Welches „Label“ jeweils zum Zuge kommt, darüber wird immer auch der Immobilienmarkt mit entscheiden. Denn die Zertifikate sind stets beides: ein Nachweis der Nachhaltigkeit und ein Instrument des Marketings. Sie können den Wert einer Immobilie deutlich steigern und selbstverständlich spielen sie auch eine Rolle im Rahmen der Corporate Social Responsibility von Investoren, Vermietern und Mietern. Heiligt der Zweck dabei die Mittel? Ganz eindeutig: ja. Weil in jedem etablierten und anerkannten Zertifizierungsprozess ein gerüttelt Maß an fachlicher Expertise steckt, die die nachhaltige Qualität eines Bauwerks adäquat abzubilden vermag. Sicherlich erfolgt dies je nach gewähltem System in unterschiedlichem Umfang und mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Aber dieser gesunde Wettbewerb der Zertifikate kann den Branchen nur gut tun. Der planenden Zunft genauso wie den ausführenden Firmen, dem Imobilienmarkt und den zertifizierenden Organisationen selbst. Weil dieser Wettbewerb allen abverlangt, sich anzustrengen, die Qualität ihrer eigenen Leistungen hoch zu halten und damit die Aussagekraft der einzelnen Labels permanent zu präzisieren und zu verbessern.

Etwas Besseres kann dem nachhaltigen Planen, Bauen und Betreiben gar nicht passieren.

Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre.

Harald Link
redaktion@greenbuilding-magazin.de


Rubrik: Editorial


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