01.12.2013 | Ausgabe 12/2013

Smartes Wohnen

Harald Link

Harald Link

Liebe Leserinnen und Leser,

wohnen oder doch schon leben? Diese Frage stellt seit vielen Jahren ein Möbelgroßhändler– und suggeriert damit: Letzteres ist cool, „wohnen“ hingegen ziemlich dröge. Ist das so? Wir leben längst nicht mehr in den 90er-Jahren, in denen die typische Dreisitzer-Zweisitzer-Sessel-Kombination für viele ein Muss war. Natürlich vor der Schrankwand platziert und strikt in Richtung TV-Gerät ausgerichtet. Vielleicht auch, weil Alternativen, weil Vorbilder, weil Inspirationen fehlten. Das ist heute anders – wir leben vernetzt, haben Zugang zu Informationen weltweit, entdecken Trends und neue Techniken, egal, wann und wo sie entstehen. Derzeit setzen viele bei der Gestaltung ihrer direkten Umgebung auf Individualität und Einzigartigkeit, auf Re-Use und Re-Cycling alter Möbel und Materialien. Die neue Lust am kreativen Selbermachen führt zur Renaissance von Handarbeiten und handwerklichen Tätigkeiten. Zu Hause, aber auch im öffentlichen Raum, in dem schon mal ein Baum oder die Stadtmöblierung „bestrickt“ wird.

„Wohnen“ entwickelt sich weiter – durch neue Anforderungen der Nutzer und dank neuer Technologien. Zum Glück bleiben wir vorerst noch von Albernheiten wie dem selbstständig im Supermarkt bestellenden Kühlschrank verschont, der ja seit vielen Jahren durch die Medien geistert. Der Fokus der Entwickler von Smart Homes liegt auf der sinnvollen Vernetzung unterschiedlicher Komponenten, um Energieeffizienz, Komfort und – wo notwendig –auch die Sicherheit zu erhöhen. Dass dabei zunehmend Systeme entstehen, die nicht ausschließlich für den Neubau vorgesehen sind, sondern auch im Bestand nachgerüstet werden können, ist gut. Nur so werden sich diese neuen Technologien durchsetzen – weil sie problemlos nachträglich und schrittweise integriert werden können. Und damit das Wohnen noch angenehmer, wirtschaftlicher und für viele sicherlich auch ein klein wenig cooler machen. Nachhaltiges Planen, Bauen und Betreiben erfolgt immer lokal, ist sinnvoll jedoch nur im globalen Kontext voranzubringen – die Verantwortung dafür macht nicht an Ländergrenzen halt. Wir freuen uns sehr, dass greenbuilding 2014 einen Schritt in Richtung Internationalität geht. Ab dem kommenden Jahr erscheint – in Kooperation mit dem Schweizer Verband Green Building (www.greenbuilding.ch) – eine Schweizer Ausgabe unserer Zeitschrift.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Harald Link

redaktion@greenbuilding-magazin.de

Rubrik: Editorial


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